Fürstenfeldbruck:Aus Parkplatz wird Stadtplatz

Lesezeit: 3 min

Fürstenfeldbruck: Wie aus dem Parkplatz auf dem Viehmarktplatz ein Treffpunkt der Fürstenfeldbrucker werden soll, zeigt unsere Grafik.

Wie aus dem Parkplatz auf dem Viehmarktplatz ein Treffpunkt der Fürstenfeldbrucker werden soll, zeigt unsere Grafik.

(Foto: SZ-Grafik)

Stadträte begrüßen das Konzept für die Aufwertung des südlichen Viehmarkts. Auch mit dem Betreiber des dortigen Tagescafés gab es konstruktive Gespräche.

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Er soll schöner und grüner werden und ein attraktiver Treffpunkt für die Fürstenfeldbrucker: Die Stadt hat die Pläne für die Umgestaltung des südlichen Viehmarktplatzes vorgelegt. Diese werden von Politikern aller Stadtratsfraktionen als gelungen bewertet. Für etwa 3,2 Millionen Euro soll aus einem Parkplatz für knapp 30 Autos also die "gute Stube" in der Innenstadt werden. Die Arbeiten könnten nach den erforderlichen Ausschreibungen im Mai beginnen und möglichst noch im Dezember 2023 abgeschlossen werden, in dieser Zeit wird der Grüne Markt auf den nördlichen Viehmarktplatz verlegt.

Zwischen schattenspendenden Bäumen, einigen etwas von den Hausfassaden abgerückten Grünflächen, Sitzbänken und einem Brunnen soll auf Granitgroßsteinpflaster noch ausreichend Platz bleiben für die Stände von Wochen- und Christkindlmarkt. Ein bisschen war das wie die Quadratur des Kreises, das wurde im Planungsausschuss am Mittwoch deutlich. Denn viele unterschiedliche Ansprüche sollten möglichst weitgehend erfüllt werden. Letztlich gelang es auch, die größten Vorbehalte der Familie Klinke zu zerstreuen, die am Rande des Viehmarktplatzes das Fitnessstudio Hardy's betreibt und jüngst das Tagescafé "Dailys Juice Bar and Kitchen" eröffnet hat. Dieses nutzt als sogenannte Freischankfläche einen Bereich in der nordwestlichen Ecke des südlichen Viehmarktplatzes. Johannes Klinke, der die Sitzung am als Zuschauer verfolgte, hatte eine Änderung der Pläne gefordert, weil diese seiner Meinung nach einen wirtschaftlichen Betrieb der Außenflächen gefährden könnten. Bauamtsleiter Johannes Dachsel und der Zweite Bürgermeister Christian Stangl (Grüne) als Sitzungsleiter sprachen aber nun von einer Lösung, bei der beide Seiten Abstriche machen mussten, mit der aber alle leben könnten. Sie wiesen darauf hin, dass der nicht kommerzielle Bereich Priorität genießen müsse, der Betrieb des Cafés auf öffentlicher Fläche wegen der damit verbundenen Belebung des Platzes aber grundsätzlich begrüßt werde. Die 80 Quadratmeter, die für Stühle und Tische im Freien künftig zur Verfügung stehen, dürften genügend Spielraum für einen wirtschaftlichen Betrieb lassen, so Stangls Überzeugung - zumal die übliche Größe solcher Freischankflächen in anderen Teilen der Stadt eher bei der Hälfte liegt und die Gäste des Cafés in den Genuss eines attraktiver gestalteten Platzes kommen und den Blick ins Grüne schätzen dürften. Nun sei auch gewährleistet, dass bereits angeschaffte Sitzbänke sowie eine Markise genutzt werden könnten.

Dachsel bezeichnete die Umgestaltung des südlichen Viehmarktplatzes als "eines der wichtigsten Projekte Fürstenfeldbrucks" und zeigte sich zufrieden mit den millionenschweren Zuschüssen aus der Städtebauförderung, die den Löwenanteil der Finanzierung sicherstellen. Stangl sieht sich in der Meinung bestärkt, dass nach der Bürgerbeteiligung und den konstruktiven Beiträgen des Arbeitskreises nun ein stimmiges Konzept vorliegt und "die Früchte geerntet werden können".

Im Arbeitskreis waren dem Vernehmen nach vor allem Wasserspiel und Brunnen umstritten - wegen der Anschaffungs- und Betriebskosten. Letztlich einigte man sich mehrheitlich auf das Anlegen mehrerer Wasserfontänen und eines Wassertrogs - als Reminiszenz an die Viehtränke, die es früher auf dem Viehmarktplatz gegeben haben soll. Der Brunnen fördert Grundwasser, das anschließend wieder versickert. Regenwasser kann unter dem Platz in sogenannten Rigolen aufgefangen und gespeichert werden, außerdem füllt es eine unterirdische Zisterne, die beispielsweise der Bauhof in den Sommermonaten für die Bewässerung der Bäume und Grünflächen nutzen kann.

Vorhandene Bäume wie Kirsche und Ahorn, die in starkem Maß von Fäule und Pilz befallen sind, werden nun durch insgesamt 16 paarweise gepflanzte Bäume möglichst klimaresistenter Arten und mit hohen Kronen ersetzt. Zudem sollen Stauden gepflanzt und an der Ludwigstraße holzgefasste Pflanzkübel aufgestellt werden, um den Bereich später mit dem nördlichen Teil verbinden zu können. Die fest angebrachten Sitzbänke mit Holzauflage werden ergänzt durch Einzelstühle aus Metall, die auf dem Platz je nach Bedarf verschoben werden können. Für die abendliche Beleuchtung soll eine Stele mit mehreren Strahlern sorgen. Ein von Markus Droth (Freie Wähler) moniertes Defizit wird nun auch abgestellt: Mit dem Betreiber von Hardy's und Dailys konnte eine Vereinbarung getroffen werden, die Besuchern des Viehmarktplatzes die Benutzung seiner sanitären Anlagen ermöglicht.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema