Fürstenfeldbruck:Hilfsgüter im Hangar

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Fürstenfeldbruck: In einem der Shelter: Stadtrat Andreas Lohde (links) und Malteser-Geschäftsführer Thomas Rapp.

In einem der Shelter: Stadtrat Andreas Lohde (links) und Malteser-Geschäftsführer Thomas Rapp.

(Foto: Andreas Lohde/privat)

Die Bundeswehr stellt den Maltesern auf dem Fliegerhorst Lagerflächen zur Verfügung. Von dort aus starten Hilfstransporte an die ukrainische Grenze.

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Die Bundeswehr ist im Zuge des russischen Angriffskriegs in den Fokus gerückt. Dabei geht es oft um die unzulängliche Ausrüstung des deutschen Militärs oder Waffenlieferungen an die Ukraine. Doch die Bundeswehr unterstützt auch zivile Aktionen: Auf Vermittlung des Fürstenfeldbrucker Stadtrats Andreas Lohde stellte die Luftwaffe dem Malteser Hilfsdienst auf dem Gelände des Fliegerhorsts zwei ungenutzte Flugzeughangars, sogenannte Shelter, als Lagerflächen zur Verfügung. Mehrmals pro Woche machen sich von dort 40-Tonner der Organisation mit Hilfsgütern auf den Weg zur ukrainischen Grenze.

Stadtrat Andreas Lohde hat Bundeswehr und Malteser zusammengebracht

Der Referent für Bevölkerungsschutz im Stadtrat und CSU-Fraktionsvorsitzende überzeugte sich jüngst selbst bei einem Besuch des Militärgeländes davon, wie gut diese "zivil-militärische" Kooperation funktioniert, für die der Brigadegeneral und Standortälteste Stefan Scheibl bereitwillig die Weichen gestellt hatte. Der Fliegerhorst sei mittlerweile zu einer "Drehscheibe für die Logistik der Hilfslieferungen des Malteser-Hilfsdienstes in die Ukraine" geworden, so Lohde zufrieden: "Danke der Bundeswehr und besonders dem Kommandeur der Offizierschule der Luftwaffe für die pragmatische Unterstützung - großartig!"

"Wir unterstützen humanitäre Aktionen", sagt der Kasernenkommandant

Thomas Rapp, der Kreisgeschäftsführer des Malteser-Hilfsdiensts für Dachau und Fürstenfeldbruck, weiß das unbürokratische Entgegenkommen der Bundeswehr und auch die Vermittlung des Politikers in der Tat sehr zu schätzen. Denn die Unterstützung ist eine der Voraussetzungen für die reibungslosen Hilfstransporte seit Anfang März. Auf dem Fliegerhorst werden zunächst Lieferungen aus ganz Bayern entgegengenommen und zwischengelagert, so auch Lebensmittel, Medizinprodukte, Schlafsäcke oder Isomatten. Dabei handelt es sich um Sachspenden, teilweise von Firmen, ebenso wie um Artikel, die von den Maltesern mit Spendengeld gekauft worden sind. Die Güter sind auf Standard-Industriepaletten gelagert. Bis zu 200 dieser Paletten gehen auf wöchentlich bis zu drei Lastwagen nebst Anhängern auf die Reise Richtung ukrainische Grenze - nach Rumänien, Ungarn oder in das Zentrallager in Polen. Der Fahrzeughersteller MAN hat den Maltesern in Gröbenzell hierfür Lastwagen zur Verfügung gestellt.

Weil der Bedarf für Hilfstransporte eher zunimmt, reden die Malteser aktuell mit der Bundeswehr darüber, ob sie noch einen weiteren leer stehenden Shelter nutzen können. Offizierschule und Luftwaffe sind gesprächsbereit. "Wir unterstützen humanitäre Aktionen, wenn wir das können", sagt am Freitag Oberstleutnant und Kasernenkommandant Andreas Schlaack. Das gelte auch für Organisationen wie das Bayerische Rote Kreuz oder den Malteser Hilfsdienst.

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