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SZ-Adventskalender:Engpass vor dem Bildschirm

Melanie Rödder will ihren Söhnen das Homeschooling erleichtern

Von Florian J. Haamann, Olching

Bedürftige Menschen haben es schon in normalen Zeiten schwer, mit dem wenigen Geld, das sie bekommen, ihren Alltag sorgenfrei zu gestalten. Doch in den vergangenen Monaten ist es noch einmal schwieriger geworden, wie Melanie Rödder anschaulich schildert. "Bei der Tafel beispielsweise wird weniger abgegeben, also bekommen wir auch weniger. Das merke ich schon gewaltig, weil ich einfach mehr dazu kaufen muss als früher", erzählt die 35-jährige Mutter von drei Kindern. Da ist an größere Anschaffungen aktuell natürlich überhaupt nicht zu denken. Und dennoch benötigt die Familie dringend einen neuen Wäschetrockner, da in der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung kaum Platz ist, um irgendwo Wäsche zu trocknen, und das alte Gerät hat seinen Geist aufgegeben. Der Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung möchte die Familie deshalb beim Kauf eines Trockners unterstützen.

OLCHING:  Familie Rödder

Melanie Rödder und ihre Kinder leben in einer Zwei-Zimmer-Wohnung in Olching, Homeschooling wird da schnell zur Herausforderung.

(Foto: Leonhard Simon)

Außerdem müsste Rödder dringend einen neuen Laptop anschaffen. Denn zwei ihrer Söhne, der eine ist 13, der andere 15, müssen durch das Homeschooling immer wieder am Computer arbeiten. Da die Familie nur einen alten Rechner besitzt, auf dem moderne Anwendungen sowieso kaum laufen, kommt es immer wieder zu Problemen. "Wir müssen da einen richtigen Nutzungsplan erstellen. Mal darf der eine eine Stunde, dann ist der nächste dran. Natürlich werden sie in ihrer Zeit nicht immer fertig und dann wird auch mal gestritten. Manche Dinge können über das Handy erledigt werden, aber es ist insgesamt schon eine schwierige Situation." Von Bekannten aus Nordrhein Westfalen habe sie gehört, dass es bei ihnen in der Schule Leihcomputer gebe für alle Schüler, die keinen zuhause haben. Hier dagegen würden Familie wie ihre mit der Situation alleine gelassen.

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Rödder ist ausgebildete Zahnarzthelferin. Nach ihrer ersten Schwangerschaft während des dritten Ausbildungsjahres habe sie noch ihren Abschluss gemacht, sich seitdem aber um die Kinder gekümmert, erzählt die Alleinerziehende. "Manchmal ist es natürlich schwierig, aber trotzdem würde ich sagen, dass ich glücklich bin. Die Kinder gehen natürlich vor und für sich selbst verzichtet man meistens. Und zum Glück können wir in unserer Familie offen miteinander reden, wenn jemand Hilfe braucht, ist immer jemand da", sagt Rödder. Nur für die Kinder sei es schon manchmal schwer, wenn sie in der Schule mitbekommen, wenn die anderen wieder neue Sachen bekommen und bei ihnen nicht so viel möglich ist. "Ich versuche ihnen unsere Situation so gut wie möglich zu erklären und das verstehen sie auch."

Der 15-Jährige habe kürzlich ein Praktikum im IT-Bereich gemacht und möchte nun nach dem Schulabschluss in diesem Bereich nach einer Ausbildung suchen. Für den 13-Jährigen sei die Berufsorientierung noch kein Thema. "Der ist lieber mit seinen Freunden unterwegs." Und dann ist da noch der dreijährige Sohn, der momentan noch Mamas ganze Aufmerksamkeit fordert. "Er ist ein richtiges Mamakind. Und vielleicht ein bisschen verhätschelt. Aber er ist halt der Letzte", sagt Rödder und dann fordert der Kleine auch schon die Aufmerksamkeit der Mutter, er möchte ein bisschen Fernsehen. Alle Sendungen mit Bären, erzählt die 35-Jährige noch, seien aktuell seine große Faszination.

© SZ vom 28.11.2020
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