Straßenverkehr Bypass für die Radler

Vorfahrt für die Radler: Solche Schilder sind möglicherweise bald auch in Olching zu sehen.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Olchinger Grüne und Bürgermeister Andreas Magg befürworten Einrichtung einer Fahrradstraße

Von Katharina Knaut, Olching

Eine größtmögliche Reduzierung des Autoverkehrs - das möchte die Stadt Olching erreichen. Zu diesem Zweck soll durch Olching bald auch eine Fahrradstraße führen. Das Vorhaben basiert auf einem Antrag der Grünen. Dies wird nun von Bürgermeister Andreas Magg (SPD) aufgegriffen. Ein entsprechendes Konzept soll im Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag vorgestellt und diskutiert werden. Die Idee: Mit der Fahrradstraße eine attraktive Umfahrung zur Hauptstraße zu schaffen. Damit werde eine Alternative zu der verkehrlich stark belasteten Haupt- und Feursstraße geschaffen, erklärt Magg. Ursprünglich hatten die Grünen die Einführung einer Fahrradstraße in der Goethestraße gefordert, die Eignung weiterer Straßen sollte geprüft werden. Ihm erscheine das wenig sinnvoll, so Magg. "Das wäre eine Insellösung." Daher schlägt er nun das Umfahrungskonzept vor.

Dem Konzept nach würde die Fahrradstraße von der Ecke Haupt-/Schwojerstraße bis zum Rathaus führen, von dort in die Blaumeisenstraße abzweigen und über die Goethestraße und die kleine Unterführung bis hin zum Grünanger verlaufen. Auch Anschlüsse aus Richtung Gröbenzell und dem Gewerbegebiet sind denkbar. In den betroffenen Straßen würde die gesamte Fahrbahn die Funktion eines Radweges erhalten. Autos können diese speziellen Strecken nur bei entsprechender Beschilderung nutzen, dabei gilt grundsätzlich Tempo 30. Auf Fahrradfahrer gilt es dabei besondere Rücksicht zu nehmen, sie sind auf diesen Straßen bevorrechtigt. "Fahrradstraßen erhöhen die Verkehrssicherheit, sind komfortabel und bündeln den Radverkehr auf geeigneten Routen", heißt es im Antrag der Grünen. Ihre Einrichtung sei geeignet, die Attraktivität des Fahrrads als Verkehrsmittel zu steigern, ist dort weiter zu lesen.

Die Umsetzung hat allerdings auch Tücken. Unter anderem muss über Vorfahrtsregelungen diskutiert werden. In vielen betroffenen Straßen gilt bislang "rechts vor links". Das könne theoretisch auch in einer Fahrradstraße beibehalten werden, sagt Magg. "Aber es erscheint sinnvoll, sie zur Vorfahrtsstraße zu machen." Auf diese Weise können Fahrradfahrer die Straße ungehindert nutzen, ohne an jeder einmündenden Straße abbremsen zu müssen. Magg will im Ausschuss entsprechende Lösungen diskutieren.

Ein großes Problem ist zudem die Beschilderung: 90 Prozent der betroffenen Straßen liegen in einer Tempo-30-Zone. Dabei wird mit einem Schild für einen ganzen Bereich das Tempo 30 festgelegt. Eine elegante Lösung, da auf diese Weise nicht an jeder Kreuzung ein neues Schild für eine Straße das Tempo 30 ausweisen müsse, erklärt Magg. Prinzipiell ist das mit der Fahrradstraße vereinbar, schließlich gilt dort grundsätzlich für Autos dieselbe Geschwindigkeitsbegrenzung. Das Problem besteht darin, dass es das Gesetz verbietet, zwei Schilder übereinander zu hängen. Daher ist es nicht möglich, gleichzeitig das Schild für die Fahrradstraße anzubringen und die Tempo-30-Zone auszuweisen. Als Folge müsste in jeder Nebenstraße, die von der Fahrradstraße abzweigt, der abbiegende Verkehrsteilnehmer über die Begrenzung auf 30 Stundenkilometer hingewiesen werden. Ein Plus von rund 25 zusätzlichen Schildern. "Das ist völlig unnötig", kommentiert Magg. Zum einen koste es Geld, vor allem führe es aber zur Reizüberflutung. "Und man stellt sich die Frage, was der Unsinn soll." Im Ausschuss will er über das weitere Vorgehen beraten. "Am sinnvollsten wäre es, wenn man beide Schilder untereinander hängen könnte." Dafür braucht es aber eine Änderung im Gesetz.