Spendenaktion:Nähen für Ghana

Krankenhaus in Ghana

Krankenhauspersonal des Holy Family Hospitals in den waschbaren Schutzkitteln.

(Foto: Corona-Nachbarschaftshilfe)

Corona-Nachbarschaftshilfe spendet wiederverwendbare Kittel

Im Frühjahr vergangenen Jahres, als medizinische Schutzkittel weltweit vergriffen waren, hat die Corona-Nachbarschaftshilfe Fürstenfeldbruck Stoffspenden im Landkreis gesammelt, um daraus wasch- und sterilisierbare Baumwollkittel für die lokalen Krankenhäuser, Seniorenheime und Pflegedienste zu nähen. Nun löste der Verein die letzten Lagerbestände auf und versandte acht große Pakete mit Schutzkitteln und genähten "Masken" nach Ghana ins "Holy Family Hospital" in Techiman, wo das Material dringend benötigt wird.

Als im April 2020 das Kreisklinikum Alarm schlug, dass die medizinischen Einwegkittel zur Neige gingen und aktuell auch nirgends mehr lieferbar seien, rief die Corona-Nachbarschaftshilfe zur Spende von Baumwollstoffen für Schutzkittel auf. Die Reaktion aus der Bevölkerung war riesengroß: Innerhalb weniger Tage kamen über 2,3 Tonnen Stoffe bei Monika Graf und Martina Nusser, den Koordinatorinnen der großen Nähaktion, an. Außerdem fanden sich rund 60 ehrenamtliche Näherinnen, die in drei Produktionsgruppen daraus in unzähligen Stunden mehr als 2200 Schutzkittel nähten, die den behördlichen Auflagen entsprachen. Der große Vorteil: Dadurch, dass sie wasch- und sterilisierbar waren, konnten sie unbegrenzt wiederverwendet werden. Die Schutzkittel fanden reißenden Absatz: Nicht nur das Kreisklinikum, sondern auch 29 Seniorenheime, Pflegedienste, Palliativdienste und Behinderteneinrichtungen im Landkreis nutzten die Kittel, um die behördlichen Schutz- und Quarantänebestimmungen umsetzen zu können.

Nachdem die örtliche Nachfrage nun Anfang des Jahres stark zurückgegangen war, erkundigte man sich, wo auf der Welt noch dringender Bedarf an Schutzmaterialien besteht. Durch den Rotary Club Kaufbeuren, der seit vielen Jahren das "Holy Family Hospital" in Techiman (Ghana) durch den Neubau einer Notfallklinik intensiv unterstützt hat, entstand der Kontakt in das afrikanische Land. Zusammen mit einer Lieferung von medizinischen Geräten des Rotary Clubs konnten die Brucker Schutzmaterialien verschifft werden. "Wir sind sehr glücklich, dass wir mit unserer Näh-Aktion für so viele strahlende Gesichter in Techiman sorgen konnten, wie die Fotos zeigen, die uns gestern erreicht haben. Die Pandemie ist schließlich eine weltweite Herausforderung, die wir nur gewinnen können, wenn wir auch deutlich über unseren Tellerrand hinausblicken", sagt Monika Graf, Gründerin der Corona-Nachbarschaftshilfe. Das "Holy Family Hospital" ist ein Krankenhaus der Grundversorgung und Anlaufstelle für 500 000 Menschen in der Brong-Ahafo Region.

© SZ vom 06.07.2021 / sz
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