Von Fürstenfeldbruck nach Andechs:Zweite Etappe für die Krebsforschung

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Von Fürstenfeldbruck nach Andechs: Bastian Schwarz ist in Emmering aufgewachsen und lebt heute in München

Bastian Schwarz ist in Emmering aufgewachsen und lebt heute in München

(Foto: privat)

Bastian Schwarz ist ein bösartiges Sarkom aus dem Oberschenkel entfernt worden. Um die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten voranzubringen, veranstaltete er vor einem Jahr eine Spendentour. Nun gibt es eine Neuauflage.

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Dass Bastian Schwarz überhaupt in die Pedale treten kann, ist an sich schon die positive Nachricht. Bei dem heute 31-Jährigen wurde vor eineinhalb Jahren ein bösartiger Krebs im linken Oberschenkel festgestellt, der durchaus tödlich enden kann. "Als ich im Dezember, ein paar Tage vor meinem Geburtstag, die Diagnose Alveoläres Sarkom bekommen habe, da hat es mir erst einmal den Boden unter den Füßen weggerissen", erzählte er im vergangenen Sommer. Da hatte er bereits eine aufwendige Operation hinter sich und war auf dem Weg der Besserung. An der Vorderseite des linken Oberschenkels war ein Teil des Quadriceps, auch "Unterschenkelstrecker" genannt, entfernt worden. Es folgte eine Bestrahlung im Klinikum Großhadern. "Meine Situation ist unverändert, der Krebs ist stabil", erzählt Schwarz, der weiterhin alle drei Wochen eine Immuntherapie erhält. Skifahren und Joggen, das gehe zwar noch nicht. Aber Radfahren funktioniere immer besser. Bastian Schwarz kämpft sich in den Alltag zurück, im September wird er auch wieder in Teilzeit arbeiten.

Von Fürstenfeldbruck nach Andechs: 2021 führte eine "Sarkom-Radtour" bereits von Fürstenfeld zum Kloster Andechs.

2021 führte eine "Sarkom-Radtour" bereits von Fürstenfeld zum Kloster Andechs.

(Foto: privat)

Um die Forschung über diese sehr seltene Krankheit sowie die Entwicklung geeigneter Therapien zu unterstützen, startete der gebürtige Emmeringer, der heute in München lebt, gemeinsam mit etwa 30 Freunden im Sommer 2021 eine Spendentour mit dem Fahrrad. Dabei kamen insgesamt etwa 15 000 Euro zusammen, die direkt an die in Essen ansässige Stiftung Universitätsmedizin überwiesen wurden. Viel positives Feedback habe es gegeben, erzählt er. Als Folge der Berichterstattung meldeten sich sogar Patienten mit der gleichen Diagnose aus mehreren europäischen Ländern in deren Heimat nicht an Sarkomen geforscht wird.

In Deutschland gibt es immerhin drei Kliniken, die sich mit der Behandlung von Weichteilsarkomen auskennen. Zwei davon sind in München: Rechts der Isar und Großhadern. Die größte befindet sich in Essen. Mehr als 200 Teilnehmer der dortigen Sarkom-Spendentour sowie die weiteren etwa 340 Fahrer der "Satelliten-Touren" wie jener im Landkreis Fürstenfeldbruck brachten 2021 fast 127 000 Euro Spenden ein, die in Forschungsprojekte geflossen sind. Auch die Fürstenfeldbrucker Veranstaltung soll nun im August wiederholt werden. Und weil Corona es zulassen dürfte und alles im Freien stattfindet, kann diesmal jeder bei der "Sarkomtour" mitradeln.

Informationen über die bundesweiten Sarkomtouren unter www.sarkomtour.de. Die Tour von Fürstenfeldbruck nach Andechs findet am Samstag, 6. August, statt (Ausweichtermin bei schlechtem Wetter: Samstag, 13. August), Treffpunkt um 8.45 Uhr vor der Klosterkirche Fürstenfeldbruck. Anmeldung unter Bastian.BS.Schwarz@gmail.com. Spendenkonto der Stiftung Universitätsmedizin, DE09 3702 05 0005 0005 0005, Stichwort "Sarkomforschung Basti and Friends" (eigene Adresse im Betreff angeben für Spendenquittung), Spendenmöglichkeit auch per Paypal über die Internetseite.

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