Mammendorf:Pläne für einen Friedwald

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Nahe des Ortsteils Nannhofen könnte bald eine Alternative zur klassischen Bestattung angeboten werden. Die Fläche soll für die gesamte Region nutzbar sein.

Von Manfred Amann, Mammendorf

In einem Waldstück, nahe des Ortsteils Nannhofen, möchte die Gemeinde Mammendorf einen Bestattungswald anlegen, der für die gesamte Region nutzbar sein soll. Ein "Friedwald", wie solche Örtlichkeiten auch genannt werden, ist eine Alternative zum klassischen Friedhof, in dem die Asche von Verstorbenen in biologisch abbaubaren Urnen unter Bäumen beigesetzt wird. Eine kleine Namenstafel am Baum macht auf die Grabstätte aufmerksam und erinnert an die Verstorbenen.

Im Gemeinderat fand die vom Besitzer des Waldstückes, Graf von Spreti, eingebrachte Idee ungeteilte Zustimmung. "Wir sollten, dem Trend folgen und die neue, immer beliebter werdende Bestattungsform bei uns umsetzen", befand Bürgermeister Josef Heckl (Bürgergemeinschaft): "Wenn wir es nicht anpacken, macht es vielleicht eine andere Kommune". Mammendorf mit seinen sieben umliegenden Kommunen in der Verwaltungsgemeinschaft sei geradezu prädestiniert dazu, die neue Form der Bestattung anzubieten. Auf dem etwa 10 000 Quadratmeter großen Waldstück will Graf von Spreti das Konzept der Firma "Waldruh" mit Sitz in Ludwigshafen umsetzen, die in Dietramszell südlich von München im Landkreis Bad-Tölz-Wolfratshausen bereits einen ähnlichen Bestattungswald angelegt hat. Ein weiterer Friedwald nach dem Konzept der Firma entsteht derzeit im Dachauer Land in Röhrmoos/Herbertshausen.

Einige Ratsmitglieder hatten sich die Anlage in Dietramszell angesehen und waren laut Bürgermeister Heckl "von Aufbau und Konzept voll überzeugt". Außerdem sei das gewählte Waldstück mit seinem lockeren Baumbestand rechts der beiden Straßen nach Oberschweinbach und nach Ramertshofen, die in den Nannhofener Kreisverkehr münden, bestens geeignet. Eine Zufahrt mit Platz für die Befestigung von etwa 25 Stellplätzen sei bereits vorhanden und über den Fahrradweg sei das Waldstück auch gut zu erreichen. Selbst Fußgänger könnten, vom nahen Bahnhof Nannhofen aus, das Waldstück problemlos aufsuchen.

Wie Heckl weiter erläuterte, wird Mammendorf wie bei den gemeindlichen Friedhöfen auch, die Trägerschaft übernehmen und den Bestattungswald verwaltungsmäßig betreuen. Für die Abwicklung von Beerdigungen und für die Pflege des Waldes samt Wegenetz und Führungen sowie für die Organisation von Beisetzungen sei jedoch der Grundbesitzer, beziehungsweise das Bestattungsunternehmen "Waldruh" verantwortlich.

Laut Konzeptbeschreibung sollen Tafeln mit Wegbeschreibungen Orientierung über die Lage der Urnengräber geben. Angelegt werden soll ein Andachtsplatz, auch eine kleine Kapelle zu errichten, ist dem Konzept nach möglich. Verteilt auf das Gelände werden nacheinander an geeigneter Stelle so genannte "Grabbäume" festgelegt, in deren Bereich je bis zu zwölf Urnengräber eingemessen werden können. Um das Konzept umsetzen zu können, muss die Gemeinde einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan in Auftrag geben und den Flächennutzungsplan entsprechend ändern.

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