Mobilität:Mehr Angebot, höhere Preise

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Buslinieneröffnung 831 und 860

Die Buslinie 831 ist neu in Olching, sie verbindet das Schwaigfeld mit dem Bahnhof, der Hauptstraße und dem Süden.

(Foto: lukasbarth.com)

Der Ring aus Expressbussen wird mit der neuen Verbindung X 800 Buchenau-Dachau geschlossen. Die Bahn hingegen bietet kaum Verbesserungen

Von Peter Bierl, Fürstenfeldbruck

Der Fahrplanwechsel des MVV beschert den Kunden im Landkreis ein verbessertes Angebot an Bussen. Dazu gehört eine neue Expresslinie vom Brucker Westen nach Dachau, eine Linie zum Ammersee und eine Verbindung nach Freiham. Bei der Bahn tut sich wenig, ein paar Regionalzüge halten künftig in Bruck. Außerdem wird der MVV teuerer. Die Preise steigen um etwa 3,6 Prozent.

Die ÖPNV-Stelle im Landratsamt hat eine ganze Reihe von neuen Busverbindungen ausgearbeitet oder Linien neu organisiert. Diese Konzepte jahrelanger Planung werden jetzt umgesetzt. Davon profitieren Einwohner sowohl im westlichen als auch im östlichen Landkreis. Als Ersatz für eine Umlandbahn, welche die Außenäste der S-Bahn-Linien verbindet sollte, wird mit dem Fahrplanwechsel der Ring aus Expressbussen um München geschlossen. Künftig fährt der Expressbus X 800 von der S-Bahnstation Buchenau über den Fliegerhorst, den Gewerbepark Geiselbullach und das Gewerbegebiet Gada von Bergkirchen zum Dachauer Bahnhof. Die Linie verkehrt wie alle anderen Busse des Rings von Montag bis Samstag im 20-Minuten-Takt und am Sonntag stündlich.

Die wichtigste Neuerung im Westen ist die neue Linie 807 von Türkenfeld nach Greifenberg und Eching am Ammersee. Fahrgäste aus Türkenfeld können zum Einkauf nach Eching oder an den See fahren, die Greifenberger und Echinger erhalten Zubringer zur S 4 in Türkenfeld. Die Kosten werden aufgeteilt. Der Landkreis Fürstenfeldbruck trägt knapp die Hälfte, der Landkreis Landsberg etwa ein Viertel und die Gemeinden Eching und Greifenberg den Rest, erklärt Hermann Seifert, Leiter der ÖPNV-Stelle. Nach der Verbindung von Grafrath zum Regionalzughalt in Egling und von Mammendorf zum S-Bahnhof in Geltendorf ist es die dritte Linie, die in den Landkreis Landsberg führt. Landsberg gehört noch nicht dem MVV-Verbund an, sondern hat den Status "Beitrittskandidat".

Teilweise komplett neu konzipiert wurden die Busverbindungen in Germering, Olching, Eichenau und Puchheim, sagte Seifert. Die Stadt Olching bekommt eine neue Linie 831, die das Schwaigfeld mit dem Bahnhof, der Hauptstraße und dem Süden verbindet. In Eichenau verkehrt die Linie 860 in der Hauptstraße, die Linie 861 fährt entlang der Roggensteiner Allee und die Linie 862 in der Allinger Straße, die in der einen Richtung zum Puchheimer Bahnhof, in der anderen über die Untere Au in Emmering zur Brucker Station führt.

Der neue MVV-Tangentialbus 860 verbindet außerdem drei S-Bahnlinien. Die Linie startet am Olchinger Gymnasium und fährt über Eichenau und Puchheim-Ort, den Nordosten von Germering rund um die Germeringer Einkaufspassagen (GEP) zum Bahnhof in Freiham. Aus Pasing und Westkreuz kommt der MVG-Bus 157 nach Freiham, der über das GEP und den Germeringer Bahnhof weiter in das Gebiet um die Kerschensteiner Straße im Süden fährt. Zum Fahrplanwechsel erhöht der MVV außerdem seine Preise, laut Seifert im Schnitt um 3,6 bis 3,7 Prozent. Das sei unter anderem notwendig, um die Verluste durch die Pandemie auszugleichen. Die Einbußen lägen bei etwa 40 Prozent, allerdings gibt es einen staatlichen Rettungsschirm. Seifert betont jedoch, dass die neuen Preise "insgesamt günstiger sind als vor der MVV-Tarifreform".

Dazu gibt es in den Bussen nun Wlan, USB-Buchsen zum Aufladen von Handys und angeblich Echtzeitdaten über die Fahrtverläufe sowie eine anonyme automatische Zählung der Fahrgäste mit Hilfe von Sensoren, die an den Türen angebracht sind. Nach einer Probezeit sollen Fahrgäste in der App anhand von Symbolen feststellen können, ob eine Verbindung stark ausgelastet ist. Außerdem testet der MVV einen sogenannten Entfernungstarif, ein Preis, der sich auf die Luftlinie zwischen Start und Ziel bezieht und in der Höhe zwischen Einzelfahrkarte und Zeitkarte liegen soll, wie Seifert erklärt.

Wenig Verbesserungen gibt es bei der Bahn. Sämtliche Regionalzughalte in Bruck wurden in den vergangenen Jahren gestrichen. Nach dem Fahrplanwechsel hält zwar die neue Linie RB 74 zwischen München und Buchloe in der Kreisstadt. Der Entlastungseffekt dürfte jedoch bescheiden ausfallen. Denn im Berufsverkehr hält lediglich um kurz nach fünf Uhr ein Zug, der nach München fährt. Der nächste Regionalzug kommt erst um 10.02 Uhr. Danach fahren Züge mit Unterbrechungen im Stundentakt. In die Gegenrichtung ist das Angebot besser. Um 4.56 Uhr hält der erste Zug Richtung Geltendorf, dann fahren Züge von 5.39 Uhr an im Stundentakt.

Am Nachmittag und frühen Abend verkehrt der Regionalzug nach München fast im Stundentakt, in der Gegenrichtung hält erst um 20.39 Uhr ein Zug aus München in Bruck. Zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2022 hat die bayrische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) einen 20-Minuten-Takt auf der S 4 zwischen München und Geltendorf angekündigt.

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