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Gymnasien:Die Nachbarn kommen

Das Gymnasium Gröbenzell hat die meisten Fünftklässler im Landkreis. Viele stammen aus Lochhausen und Aubing

Als ganz besonders beliebt hat sich im neuen Schuljahr das Gymnasium Gröbenzell erwiesen. Gleich 209 Fünftklässler meldeten sich dort an, weshalb die Schule sieben Eingangsklassen bilden musste - so viele wie kein anderes Gymnasium. Weil sich darunter viele Schüler befinden, die nicht aus dem Kreis Fürstenfeldbruck kommen, will der Landkreis gegensteuern und im nächsten Jahr vor allem Schüler aus Aubing an das Gymnasium im neu entstehenden Münchner Stadtteil Freiham verweisen.

CSU-Kreisrätin Margret Kopp trieb angesichts der Zahlen aus Gröbenzell in der jüngsten Sitzung des Kreiskulturausschusses die Frage um, ob die Räume an allen weiterführenden Schulen ausreichen würden. An das Gröbenzeller Gymnasium drängen so viele Kinder aus den zu München zählenden Stadtbezirken Lochhausen und Aubing, dass allein diese Schülerinnen und Schüler zwei fünfte Klassen bilden. Günter Sigl, zuständiger Referatsleiter im Landratsamt, berichtete den Kreisräten aber auch von einer "Binnenwanderung" aus Maisach und Gernlinden nach Gröbenzell, während das auf der selben S-Bahn-Linie erreichbare Gymnasium in Olching laut Sigl "mehr Schüler vertragen könnte". 128 Fünftklässler starteten dort im September, die Gesamtschülerzahl verringerte sich jedoch auf 865.

Das Gymnasium in Olching und das Graf-Rasso-Gymnasium (GRG) in Fürstenfeldbruck sind die beiden einzigen der sieben Landkreisgymnasien, die weniger als tausend Schüler haben. Mit Erleichterung hatte man im Landratsamt immerhin auf die Nachricht reagiert, dass sich am GRG diesmal 147 Schüler angemeldet hatten - 51 mehr als im Vorjahr. Ihre Unterbringung im vor zehn Jahren bezogenen Schulzentrum auf dem Tulpenfeld ist "problemlos möglich", heißt es in den Sitzungsunterlagen des Landratsamtes. Auch kann das Gymnasium vier Klassenräume an die benachbarte Fach- und Berufsoberschule abgeben. Konstant hoch blieb indes mit 170 Fünftklässlern der Andrang am Brucker Viscardi-Gymnasium. Erstmals zurückgegangen sind die Eingangsschülerzahlen am Gymnasium in Puchheim, dennoch sieht Sigl die Schule "am Rande der Kapazitätsgrenze". Dies hängt auch mit dem Schulversuch "Mittelstufe plus" zusammen, einer Art vorgezogenes G9. Mittlerweile gilt das G9 wieder für alle derzeitigen Fünft- und Sechstklässler. Die Übertrittsquote an die Gymnasien betrug 48 Prozent und damit zweieinhalb Prozent mehr als im Vorjahr. Auch an die Realschule wechselten mehr Fünftklässler - knapp 31 Prozent. Nach den offiziellen Anmeldeterminen kamen noch 65 neue Realschüler von den Mittelschulen.