Anzeigen und Beschlagnahmungen:Polizei nimmt Autoposer ins Visier

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Anzeigen und Beschlagnahmungen: Zu gravierende Veränderungen: So manches Fahrzeug der Autoposer lässt die Polizei an der Geiselbullacher Tankstelle abschleppen

Zu gravierende Veränderungen: So manches Fahrzeug der Autoposer lässt die Polizei an der Geiselbullacher Tankstelle abschleppen

(Foto: Polizeipräsidium Oberbayern Nord)

Die Polizei beobachtet verstärkt die Auto-Tuning- und Autoposer-Szene. Bei Kontrollen an einer Tankstelle in Olching wurden zahlreiche Verstöße festgestellt.

Von Christian Hufnagel, Olching

"Ein wichtiger Beitrag für die allgemeine Verkehrssicherheit auf unseren Straßen" ist der Polizei im Landkreis nach Darstellung des Präsidiums Oberbayern Nord gelungen. Seit Mitte März hatte man die Auto-Tuningszene und sogenannte Autoposer ins Visier genommen. Ein Schwerpunkt lag hierbei im Landkreis. Im Rahmen von Kontrollen konnten zahlreiche Verstöße festgestellt werden. Im Fokus stand unter anderem eine Tankstelle im Gewerbegebiet Geiselbullach, die sich im Laufe der Zeit zu einem beliebten Treffpunkt der Szene entwickelt hatte. Vor allem an Wochenenden treffen sich hier zumeist junge Autobegeisterte mit teils bis zu 75 Autos, um sich und ihre individuell modifizierten Fahrzeuge zu präsentieren.

Laut Polizei wurden bei konzertierten Kontrollaktionen in den Monaten März und April insgesamt rund 70 Fahrzeuge verschiedener Hersteller überprüft. Hierbei wurden die örtlich zuständigen Polizeiinspektionen Dachau und Olching unter anderem auch von Kollegen aus Gauting, Landsberg am Lech und München unterstützt. Bei 23 Fahrzeugen waren die Veränderungen allerdings so gravierend, dass die Betriebserlaubnis erlosch. In drei Fällen wurde das beanstandete Fahrzeug zur Erstellung eines Gutachtens noch direkt vor Ort sichergestellt und abgeschleppt.

Neben den baulichen Veränderungen würden die Fahrer von getunten Fahrzeugen nicht selten durch Geschwindigkeitsverstöße auffallen, heißt es im Polizeibericht weiter. Aus diesem Grund wurden im Rahmen der Kontrollmaßnahmen auch mobile Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen. Als besonders verantwortungslos bei den beanstandeten Fahrzeugen erwies sich ein junger Fahrer, der anstatt der erlaubten 100 mit 148 Stundenkilometern unterwegs war. Insgesamt wurden 220 Anzeigen wegen Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gefertigt. Neun Autofahrer müssen nun mit Fahrverboten und Geldbußen rechnen.

Auch im Stadtgebiet Dachau wurde verstärkt überwacht, hier insbesondere der Bereich um das Schloss. Dort war es in jüngerer Zeit wieder vermehrt zu Belästigungen der Anwohner durch Fahrzeuglärm gekommen. Auch wenn die Autoposerszene dort überwiegend nicht präsent war, wurden dennoch immer wieder Personen und kleinere Gruppen mit ihren Fahrzeugen festgestellt, die gegen die Zufahrtsbeschränkung oder die Bestimmungen des Infektionsschutzes verstoßen hatten. Insgesamt wurden 47 Personen sowohl mündlich als auch per Anzeige beanstandet.

"Durch diese Kontrollen leisten wir einen wichtigen Beitrag für die allgemeine Verkehrssicherheit auf unseren Straßen", so der Leiter der Inspektion Dachau, Thomas Rauscher. "Vielen der zumeist jungen Fahrer ist oft gar nicht bewusst, welche Gefahren zum Beispiel von nicht zugelassenen Autoteilen oder Beschleunigungsrennen ausgehen." Olchings Inspektionsleiter Hartwin Lang fügt ergänzend hinzu: "Die Zahl der festgestellten Verstöße macht deutlich, dass wir auch zukünftig Kontrollen dieser Art durchführen müssen und werden."

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