Vorschläge der BN-Kreisgruppe und der Gemeinde Maisach:Zwei gute Alternativen

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Vorschläge der BN-Kreisgruppe und der Gemeinde Maisach: Der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck (ganz links die Landebahn, die Taxiways zu den Flugzeughangars und weitere asphaltierte Flächen).

Der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck (ganz links die Landebahn, die Taxiways zu den Flugzeughangars und weitere asphaltierte Flächen).

(Foto: Luftbildverlag Bertram/Stadt Fürstenfeldbruck)

Ob die Landebahn nun zur FFH-Fläche oder mit PV-Modulen überbaut wird - beide Nutzungsformen wären ein Fortschritt.

Kommentar von Stefan Salger, Maisach

Die Situation mutet skurril an: Maisach scheint den Bund Naturschutz beim Schutz seltener Pflanzen und gefährdeter Tierarten zu überflügeln. Denn die Gemeinde würde die breiten Asphaltbänder auf dem Fliegerhorst, die auf ihrem Gebiet liegen, gerne entfernen und die Flächen sodann dem Flora-Fauna-Habitat-Bereich zuschlagen, während der BN vorschlägt, dort eine PV-Freiflächenanlage zu installieren. Wahrlich ein Luxusproblem - konkurrieren da doch Umweltschutz und regenerative Energieerzeugung. Oder anders ausgedrückt: Sieht so aus, als werde in jedem Fall eine der beiden Nutzungsarten realisiert. Beide haben ihren Charme.

Dass eine Kommune den Rückbaubau versiegelter Flächen ins Auge fasst, statt dort reflexartig über ein weiteres Gewerbegebiet mit großen Hallen nachzudenken, ist eine positive Nachricht. Die Forderung nach einer PV-Freiflächenanlage untermauern Eugenie Scherb und Claus Ehrenberg vom Bund Naturschutz aber ebenfalls mit guten Argumenten. Da ist natürlich der Klimaschutz durch die eingesparten CO₂-Emissionen und die anzustrebende Unabhängigkeit von despotischen Öl- und Gaslieferanten zu nennen. Durch eine Installation von Modulen auf der vorhandenen Startbahn würde sich diese bis dato nutzlose Fläche gut nutzen lassen. Eine Alternative könnte ein Sowohl-als-auch statt eines Entweder-oder sein: Die Asphaltbahnen könnten eben doch entfernt und die Solarmodule in einigen Metern Höhe installiert werden, wie dies technisch möglich ist. Ob es auch sinnvoll ist, hängt freilich von den Kosten vor allem der Entsiegelung ab.

Grundsätzlich ist es ein großer Vorteil der Technik, die zur regenerativen Energieerzeugung zum Einsatz kommt, dass sie im Gegensatz zu Atom- oder Kohlekraftwerken auch schnell wieder abgebaut werden kann. Das gilt für Solarparks ebenso wie für Biogasanlagen und Windräder. Ergo ist es nicht entscheidend, ob die durchaus bemerkenswerten BN-Vorschläge für den Fliegerhorst realisiert werden oder nicht. Entscheidend ist vielmehr, dass eine weitere zentrale Forderung erfüllt wird: dass Bremsen wie die 10-H-Regel verschwinden und der Landkreis endlich ernsthaft die Energiewende in Angriff nehmen kann.

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