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Erneuerbare Energien:Drittes Windrad in Jesenwang

Genossenschaft will 200 Meter hohe Anlage errichten

Zwischen Jesenwang und Grafrath will die Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Land (BEG) eine Windkraftanlage errichten. Der Gemeinderat von Jesenwang hat auf den Antrag auf Vorbescheid positiv reagiert. Da vom gewählten Standort aus die so genannte 10H-Regelung (Abstand zur Wohnbebauung zehnfache Höhe des Windrades) eingehalten werden kann, unterliegt das Vorhaben der Privilegierung. Es könnte laut Bürgermeister Erwin Fraunhofer ohnehin kaum verhindert werden. Die Entscheidung liege letztlich beim Landratsamt als Genehmigungsbehörde. "Die Frage der Genehmigung steht aber momentan noch gar nicht an", erklärte der Rathauschef. Die BEG muss nun erst einmal prüfen, ob es naturschutzrechtliche Hindernisse wie zum Beispiel Lebensbereiche von Rotmilan oder Wespenbussard gibt, ob Richtfunkstrecken gestört würden oder An- und Abflugrouten für militärische Flugzeuge zum Fliegerhorst Lechfeld oder Sonderflugplatz Jesenwang betroffen sind. Es habe schon einmal einen Versuch gegeben, dort ein Windrad zu planen, sagt Fraunhofer, die Investoren hätten wegen "diesbezüglich nicht zufriedenstellender Auskünfte" aber Abstand davon genommen. Geplant ist ein Windrad mit einer Nabenhöhe von 130,80 Metern und einem Rotordurchmesser von gut 138 Metern, was eine Gesamthöhe von knapp 200 Metern ergibt. Mit einer Nennleistung von 4,2 Megawatt erhoffen sich die Betreiber eine Stromausbeute zwischen zehn und zwölf Millionen Kilowattstunden im Jahr. Die BEG, die im Osten Münchens mehrere Windkraft- und Fotovoltaikanlagen betreibt, würde gern ein höheres Windrad errichten, was wegen 10H nicht möglich ist. Angestrebt wird eine Genossenschaft, an der sich Bürger beteiligen können.

© SZ vom 30.05.2020

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