Versammlung der Maßnahmengegner:Corona-Proteste erstmals angemeldet

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Versammlung der Maßnahmengegner: In Fürstenfeldbruck finden seit Mitte Dezember Umzüge gegen Corona-Schutzmaßnahmen statt.

In Fürstenfeldbruck finden seit Mitte Dezember Umzüge gegen Corona-Schutzmaßnahmen statt.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

In Fürstenfeldbruck soll es am kommenden Montag eine Veranstaltung "für eine freie Impfentscheidung" geben.

Von Peter Bierl, Fürstenfeldbruck

In Bruck treten die Organisatoren der Proteste gegen die Corona-Schutzmaßnahmen anscheinend erstmals aus der Deckung. Sowohl das Landratsamt als auch Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) bestätigten der SZ, dass eine Anmeldung für eine Kundgebung für kommenden Montag vorliegt. Auch die Gegendemostranten werden wieder kommen. Florian Weber (Die Partei) sagte, man werde zum dritten Mal mobilisieren.

Die Anmeldung hat möglicherweise der Oberbürgermeister mit ausgelöst. Raff hatte sich am vergangenen Montag wieder auf den Volksfestplatz begeben, um den Protestzug zu beobachten. Dabei entwickelte sich ein Dialog mit Teilnehmern, in dessen Verlauf der OB diese aufforderte, ihre Aktion anzumelden. "Wenn man durch die Reihen geht, merkt man doch, dass das organisiert ist, etwa weil auf einmal alle ein Pfeiferl dabei hatten", sagt Raff.

Der Oberbürgermeister wertet die Anmeldung positiv: "Besser man hat einen festen Ansprechpartner, als dass die Leute so durch die Straßen ziehen." Ähnlich sieht es Florian Weber, der die Gegenkundgebungen bisher angemeldet hat. "Vielleicht kommen jetzt mal konkrete Forderungen, dann kann man sich damit anders auseinandersetzen", sagte Weber.

Raff steht wegen der angemeldeten Kundgebungen in ständigem Kontakt mit der Kreisbehörde. Das Landratsamt bestätigte am Mittwochnachmittag lediglich, dass eine Anmeldung für eine Veranstaltung vorliege, die unter anderem für eine freie Impfentscheidung werbe. Die Details würden derzeit wie üblich noch besprochen, deshalb wolle man sich noch nicht weiter dazu äußern.

In Bruck finden seit Mitte Dezember Umzüge statt, die sich gegen Corona-Schutzmaßnahmen richten. Eine davon hatte der Verein "Eltern für Kinder" aus Mammendorf als spontante Demonstration organisiert. Dessen Vorsitzender Raik Schwarz betonte seinerzeit, dem Verein ginge es lediglich um die Maßnahmen an Schulen und Kindertagesstätten, er distanzierte sich ausdrücklich von der Querdenker-Szene. Bei den übrigen Kundgebungen in Bruck sowie in anderen Städten und Gemeinden des Landkreises blieben die Organisatoren stets im Dunklen, mobilisiert wurde über einschlägige Kanäle in den sozialen Netzwerken. Anfangs hatte die Gruppe "Amperfeen" über ihren Telegram-Kanal die Termine veröffentlicht, davon aber Abstand genommen, als das Landratsamt die Gruppe als Veranstalter in die Pflicht nehmen wollte. Die "Amperfeen" hatten bis Sommer 2021 in Olching angemeldete Demonstrationen organisiert.

Bei den ersten Umzügen in Bruck hinterließen die Teilnehmer bei Mahnwachen jeweils Kerzen vor dem Alten und Neuen Rathaus, was sie auf Bitte des Oberbürgermeisters dann unterließen. Beim ersten Spaziergang nach Neujahr wurde die Fotografin den SZ verbal massiv angegangen, am 10. Januar sahen sich die Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen erstmals mit einer Gegenkundgebung konfrontiert. Vergangenen Montag kamen etwa 150 Menschen zu dieser Gegenkundgebung. Die Zahl derer, die gegen die Schutzmaßnahmen demonstrierten, sank von 700 auf etwa 600 Teilnehmer im Vergleich zur Vorwoche.

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