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Corona-Ausbruch:Quarantäne im Zimmer

EICHENAU:  Asylunterkunft am Schreberweg

Ein Bauzaun umgibt seit Kurzem die Asylunterkunft in Eichenau.

(Foto: LEONHARD SIMON)

Asylhelfer kritisieren Überbelegung in Eichenauer Unterkunft

Kritik, aber auch Lob hat der Asylhelferkreis in Eichenau nach dem Corona-Ausbruch in einer Asylbewerberunterkunft geäußert. Lob deshalb, weil die Mitarbeiter des Landratsamtes "zur unmittelbaren Krisenbewältigung ihr Bestmögliches getan" hätten. Die ersten vier mit dem Coronavirus infizierten Bewohner seien sofort in eine andere Unterkunft verlegt worden, Quarantäne und Reihentest sowie der Einsatz von Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes sowie die Versorgung mit Essen und anderen notwendigen Sachen sei rasch erfolgt. Ibrahim El-Mahgary, Vorstandssprecher des Asylhelferkreises Eichenau, Yasemin Bilgic (Grüne), die Referentin des Gemeinderates für Integration und Migration, und Hans Sautmann (Grüne), der im Kreistag das Referat für Integration und Migration inne hat, berichten, der Asylhelferkreis sei zeitnahe und direkt außerhalb der regulären Dienstzeiten des Amtes informiert worden.

Das war's aber auch schon mit den guten Worten, denn die Eichenauer Asylhelfer befinden die Art und Weise, wie der Landkreis die betroffene Unterkunft am Schreberweg belegt hat, für nicht in Ordnung. So können die Unterzeichner der Presseerklärung nicht verstehen, warum bei abnehmender Zahl der Flüchtlinge im Landkreis die Unterkünfte in Eichenau ständig so dicht belegt seien. In der Unterkunft am Schreberweg könnten 60 Menschen leben, derzeit wohnten dort aber 72. "Etliche kleine Zimmer sind mit drei oder sogar vier Personen belegt; die Doppelzimmer mit bis zu sechs Personen. Sozialräume oder solche für das schulische Lernen, die bei derartig enger Belegung umso nötiger wären, gibt es ebenfalls schon lange nicht mehr, obwohl eine Richtlinie des Innenministeriums sie vorschreibt", heißt es in der Mitteilung. In der wird unter anderem darauf verwiesen, dass es in der Germeringer Unterkunft für Asylbewerber 34 freie Plätze gäbe.

Die Asylhelfer beklagen auch die "Zimmerquarantäne" der Bewohner: "Jeder kann sich ausmalen, wie riskant diese Situation für die noch Gesunden ist und welche Angst die Bewohner unter diesen Umständen um ihre Gesundheit und die ihrer Kinder ausstehen müssen."

© SZ vom 29.10.2020 / ecs
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