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Arbeitsmarkt:Zahl der Menschen mit Zweitjob steigt

Etwa 9300 Menschen im Landkreis Fürstenfeldbruck haben neben ihrer regulären Stelle einen Minijob. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. "Damit stieg die Zahl der Zweitjobber innerhalb von zehn Jahren um 44 Prozent", heißt es. Die NGG beruft sich auf neue Zahlen der Arbeitsagentur. Besonders in Restaurants, Gaststätten und Hotels seien Zusatzjobs verbreitet. Gewerkschafter Tim Lünnemann spricht von einer Schieflage auf dem Arbeitsmarkt: "Im Schatten des Booms der vergangenen Jahre sind viele sozialversicherungspflichtige Stellen entstanden, die oft kaum zum Leben reichen." Wer auf einen Nebenjob angewiesen sei, arbeite ohnehin meist am Limit, und das auf Kosten von Familie, Freunden und Freizeit. Gastronomen und Bäckermeister, die über Fachkräftemangel klagten, aber gleichzeitig auf 450-Euro-Kräfte setzten, vergäßen, dass man Fachkräfte nur mit ordentlichen Löhnen gewinne - "so hoch, dass die Beschäftigten keinen Zweitjob mehr brauchen". Eine Lehre in dieser Branche komme für Schulabgänger nur infrage, wenn die Bedingungen stimmten. Die NGG sieht auch die Politik in der Verantwortung. Die Zunahme der Zweitjobs sei auch das Ergebnis einer verfehlten Arbeitsmarktpolitik der Nullerjahre.

© SZ vom 21.02.2020 / sz

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