AfD:Der Kurzzeitabgeordnete

AfD: Florian Jäger.

Florian Jäger.

(Foto: Toni Heigl)

Der Bundestagsnachrücker Florian Jäger hat keinen Listenplatz

Von Erich C. Setzwein, Olching

Florian Jäger möchte wieder in den Bundestag. Als Abgeordneter der AfD, der er nun schon einige Wochen ist. Dabei ist der 50-Jährige aus Olching bereits seit der Wahl vor vier Jahren und dem erstmaligen Einzug der AfD in den Bundestag im Bundestag tätig. Jäger ist der persönliche Referent des Augsburger AfD-Abgeordneten Rainer Kraft. Er hat sich um die Reden gekümmert, hat sich um das Wahlkreisbüro gekümmert. Alles also, was einen Abgeordneten erdet und ihm weiterhilft. Florian Jäger formuliert es so: Man dürfe nicht aus dem Fokus verlieren, was die Aufgabe des Parlamentariers sei. Er spricht da für seinen Abgeordneten wie für sich.

"Ich würde es, glaube ich, gut machen", antwortet der Kandidat auf die Frage, was ihm am Parlamentarismus und am Mandat liege. Vom Bundestag aus "das Leben der Menschen besser machen", das ist sein Ziel, und das möchte er unter anderem mit dem Abbau von Steuern und einer Linderung der Abgabenlast erreichen, und er will das "soziale Verhalten von Menschen fördern", ihnen Sicherheit vermitteln und die "ungesteuerte Einwanderung" beenden. Er betont, dass die AfD "Themen ins Bewusstsein gebracht" habe. An den Reaktionen der anderen Parteien im Bundestag erkenne er: "Wir haben politischen Einfluss, der nicht so ganz offensichtlich ist."

Seine Botschaften will der Olchinger Abgeordnete, der im Juli auf den Platz des verstorbenen AfD-Abgeordneten Martin Hebner nachrückte, im persönlichen Gespräch an Wahlkampfständen in den Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck vermitteln und sich der sozialen Medien bedienen. Mit Videos hat er Erfahrung, weil er sie für Rainer Kraft produzierte.

Jäger bei seiner zweiten Bewerbung um ein Direktmandat politisch einzuordnen und ihm einen aussichtsreichen Listenplatz zu gewähren, ist seiner Partei nicht gelungen. Diejenigen, die ihn dem "Flügel" und Bernd Höcke zurechneten, seien falsch gelegen, sagt Jäger. Auch ihn an Extrempositionen oder den Lagern innerhalb der bayerischen AfD war nicht möglich. Vielleicht hat er deshalb den angestrebten Listenplatz zwölf nicht erhalten. Jäger ist realistisch genug, um seine Chance auf ein Direktmandat einzuschätzen. Das hat Katrin Staffler von der CSU inne, und weder die viel erfahrenere Grünen-Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer noch der umtriebige Olchinger SPD-Abgeordnete Michael Schrodi oder weitere Kandidatinnen oder Kandidaten dürften es ihr abnehmen.

Da die AfD vor vier Jahren 14 bayerische Kandidaten über die Liste in den Bundestag bringen konnten, wäre der zwölfte Platz bei ähnlichem Wahlergebnis aussichtsreich gewesen. Doch Jäger verlor die Abstimmung um diesen Platz bei der Aufstellungsversammlung in Greding gegen Gerrit Huy, die Direktkandidatin im Wahlkreis Weilheim-Schongau. Sie ist eine von vier Frauen auf der 26 Personen umfassenden Kandidatenliste. Auf eine hintere Position wollte er nicht, ist also auf der Landesliste nicht vertreten.

© SZ vom 03.09.2021
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