Abzugspläne werden konkret Luftwaffe bleibt bis 2019

Die Offizierschule der Luftwaffe bleibt noch mindestens sieben Jahre in Fürstenfeldbruck. Die "Wiege der Luftwaffe" wird erst eingemottet, wenn im bayerischen Roth neu gebaut worden ist.

Von Gerhard Eisenkolb

Der Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck wird voraussichtlich in sieben Jahren, also 2019, geschlossen. Allerdings gibt es für diesen Zeitplan den Vorbehalt, dass bis dahin in Roth, Schortens und Köln Baumaßnahmen zur Verlagerung von Bundeswehreinheiten abgeschlossen sind. Wie berichtet, soll die Offizierschule der Luftwaffe ins fränkische Roth verlegt werden, dort fehlen allerdings noch die für die Ausbildung des Offiziernachwuchses benötigten Räume. Den Zeitrahmen für die Schließung der Kaserne in Fürstenfeldbruck hat der Verteidigungsminister am Dienstag bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben, als er die Realisierungsplanung zur Umsetzung der Strukturreform vorstellte.

Fliegerhorstpressesprecher Major Robert Gericke präzisierte die knappen Angaben des offiziellen Papiers. Er sagte, die Offizierschule solle bereits vom kommenden Jahr an umstrukturiert werden. Mit der Auflösung des in Fürstenfeldbruck stationierten Kommandostabes der 1. Luftwaffendivision wird laut Gericke im zweiten Quartal 2013 begonnen. Bisher war nur bekannt gewesen, dass der Divisionsstab den Fliegerhorst im nächsten Jahr verlassen wird. Ungeklärt ist, wann der Sektor für Informationstechnologie abgezogen wird.

Hans Schilling, Zweiter Bürgermeister von Fürstenfeldbruck, bezeichnete es als "sonderbar", dass die Abzugsperspektive noch über das Jahr 2019 hinaus verlängert wurde. Zuerst seien die Pferde scheu gemacht und ein großer Termindruck erzeugt worden, den es nun offenbar so nicht mehr gebe. Schilling verwies auf Gerüchte aus dem Fliegerhorst, denen zufolge der Umzug nach Roth noch nicht in trockenen Tüchern sei. Das nun bekannt gegebene Abzugsdatum werde solchen Gerüchten neue Nahrung geben. Schillings Urteil fällt insgesamt positiv aus. Er sagte: "Ich finde es gut, die Bundeswehr noch sieben Jahre oder länger zu behalten". Die Stadt habe für ihre Planungen nun mehr Zeit als drei oder fünf Jahre. Damit werde der Stadtverwaltung eine gewisse Hektik und ein großer Termindruck genommen. Schilling: "Es bleibt spannend." Weitere Überraschungen seien nicht auszuschließen.

Bisher geht man im Fliegerhorst davon aus, dass die Offizierschule wegen der Baumaßnahmen in Roth als letzte Einheit den Standort räumen wird. Die Offizierschule ist auf die Unterstützung anderer Einrichtungen angewiesen, wozu vor allem das hiesige Dienstleistungszentrum der Bundeswehr gehört. Diese Abhängigkeit erschwert es, ein Gesamtkonzept zur Räumung der Kaserne in Fürstenfeldbruck zu entwickeln. In Luftwaffenkreisen wird auch darüber diskutiert, ob es möglich ist, bestimmte Abschnitte der Offizierausbildung vorzeitig nach Roth zu verlegen, was mit zusätzlichen Belastungen verbunden wäre. (Kommentar)