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Uferlos-Festival:Immer offen für neue Ideen

Vipo Maat und Thomas Sedlmeier (rechts), die Uferlosmacher, sind zum Festivalstart an diesem Freitag guter Dinge.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Auf dem Uferlos gibt es einen neuen Biergarten sowie eine Lounge - und Trinkhalme aus Apfelfasern und Weizengrieß. Musikalisch leben die Macher ihr Faible für österreichische Bands aus.

Ein zusätzlicher kleiner Biergarten, eine neue Lounge, sonst ändert sich beim Uferlos nicht viel. Neu sind auch die essbaren Trinkhalme. Vor dem Festivalstart am Freitag gibt das verantwortliche Duo, Vipo Maat und Thomas Sedlmeier, schon mal ein paar Tipps zu musikalischen Highlights. Außerdem geben sie Einblicke in das, was hinter den Kulissen passiert.

SZ: Woran denken Sie bei dem Festival-Namen Uferlos?

Vipo Maat: Wir standen damals auf dem Platz: auf der einen Seite die Isar, auf der anderen die Moosach, und dann kam irgendwie die Assoziation, auch in Verbindung mit dem gleichnamigen Album von Konstantin Wecker.

Thomas Sedlmeier: Man kann das ja auch so sehen: Wir setzen uns so wenig Grenzen wie möglich. Wir versuchen, alle Ideen, die uns zugetragen werden, umzusetzen. Das ist auch so ein bisschen der Grundgedanke, nach dem wir arbeiten: erst mal Ja zu allem sagen und erst dann Nein, wenn es wirklich nicht klappt.

Wie hat sich das Festival über die Jahre entwickelt?

Maat: Es war wesentlich kleiner am Anfang. Es kamen dann nach und nach Ideen dazu, mittlerweile haben wir auch ein Team um uns herum. Wir machen das ja nicht hauptberuflich, der kommerzielle Gedanke steht nicht in vorderster Linie. Wir machen das aus Herzensgründen. Noch ist es so und ich hoffe, das bleibt auch recht lange so.

Wie schlüsselt sich die Finanzierung auf?

Maat: Wir haben Sponsoren, den Getränkeverkauf, die Standgebühren vom Markt ...

... und eine Umsatzbeteiligung?

Maat: Nein, wir sind ja nicht vernetzt, dazu müssten die Kassen vernetzt sein.

Gibt es von der Stadt einen Zuschuss für das Festival?

Sedlmeier: Nicht direkt. Wir arbeiten mit der Stadtjugendpflege zusammen, die natürlich in Vorleistung geht, die Gagen bezahlt. Wir kriegen auch Unterstützung vom Bauhof, zum Beispiel indem wir für den Aufbau einen Stapler kriegen. Ansonsten stehen wir auf eigenen Füßen.

Maat: Da wir ja eine GmbH sind, ist das rechtlich etwas Kommerzielles.

Sedlmeier: Die Kleinkunstbühne machen wir in Zusammenarbeit mit Tutuguri, da gibt es dann eine Unterstützung vom Kulturfonds der Stadt Freising.

Bekommen alle Künstler eine Gage?

Sedlmeier: Es spielt kein Künstler bei uns umsonst. Jeder noch so kleine Künstler kriegt zumindest eine Aufwandsentschädigung und die größeren kriegen natürlich ordentliche Gagen gezahlt.

Muss man Bands für so ein Umsonst-Festival locken, dass die nach Freising kommen?

Sedlmeier: Die Bands kommen wahnsinnig gern zu uns. Da muss ich dem Martin, unserem Backstage-Betreuer, ein großes Lob aussprechen. Die wissen, da passt alles, von der Technik, von der Betreuung. Wir haben eine Kooperation mit dem Bayerischen Hof, dass sie super Hotelzimmer bekommen. Sodass die schon bereit sind, ein bisschen mit der Gage herunterzugehen, weil das Drumherum stimmt.

Ihre persönlichen Band-Tipps?

Sedlmeier: Jamaran sind heuer wieder da, am letzten Sonntag mit neuem Album. Die sind uns vom Gagen-Niveau eigentlich schon über den Kopf gewachsen, aber machen dafür eine Ausnahme.

Maat: Gewürztraminer, eine Band aus Wien.

Sedlmeier: Wir haben beide ein leichtes Faible für österreichische Bands. Buntspecht sind auch aus Wien. Ich bin auch total gespannt auf Scheibsta & die Buben, die Hip-Hop machen.

Maat: Auf der Kleinkunstbühne haben wir eine Varieté-Show, das sind Schüler einer Clown-Schule in Rotterdam.

Was für Neuerungen gibt es?

Sedlmeier: Heuer nur ein paar Kleinigkeiten. An unser Nachhaltigkeitszelt haben wir einen kleinen, gemütlichen Biergarten angeschlossen, vielleicht 50 Plätze - als Gegenpol zu den anderen. Und unser Wigwahm kriegt eine Lounge spendiert, wo man ein bisschen chillen kann. Auf dem ganzen Gelände gibt es heuer Trinkhalme nur noch auf Nachfrage und die sind essbar, aus Apfelfasern und Weizengrieß - wichtig für alle Gluten-Allergiker.

Laufen denn im Hintergrund bereits die Planungen für das nächste Uferlos?

Sedlmeier: Ich sag mal so: Die ersten Bands sind schon wieder gebucht - wir verraten natürlich noch nichts.