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Ausgehen in Freising:Nicht nur zum Fußball schauen

Die Cocktails schmecken, das Ambiente passt - nur die Freisinger haben die Loden Bar noch nicht für sich entdeckt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Folge 8 der SZ-Kolumne "Bar-Hocker": Die Loden Bar im Marriott Hotel hat eine angenehme Atmosphäre dank eines ausgeklügelten Beleuchtungskonzepts - aber nur wenige Gäste aus der Stadt.

In der Loden Bar haben sie ein ausgeklügeltes Beleuchtungskonzept. Leuchtstreifen tauchen die Theke in leicht schummeriges Licht, an einem kalten Winterabend ist es rot, an anderen Tagen blau, es verläuft auf der Thekenoberfläche und oberhalb der Bar, wo sie viele edle Gläser aufbewahren und den Champagner der teuren Marke, der fast schon dramatisch in Szene gesetzt ist. Hinzukommt, dass das Licht wahrscheinlich nicht ganz ungewollt positive Auswirkungen auf die Gesichtsfarbe der Gäste hat.

Die Lichtstreifen führen auch in die auf Glanz polierte Lobby des Marriott-Hotels, in dem sich die Bar befindet, am Empfang steht selbstverständlich auch am Samstagabend ein adretter Mitarbeiter, der hin und wieder zur Bar herüber linst, vielleicht sehnt er sich nach dem Feierabend. Auch das Personal an der Bar ist klassisch uniformiert, nur die Chef-Barkeeperin an diesem Abend mag es lieber rustikal und steht mit Lederhose und Schlappen hinter der Theke. Sie legt Wert darauf, dass die "Loden Bar & Lounge" für alle Freisinger sei, nicht nur für Hotelgäste, aber leider ließen die Städter sich hier eher selten blicken, es sei denn, es laufe Fußball.

An diesem Abend gibt es keine Live-Übertragung und auch sonst ist es ziemlich ruhig. Die Popmusik ist ziemlich zurückgenommen, ein paar Grüppchen unterhalten sich leise statt angeregt, man hört viel Englisch, wie das in Hotelbars zu erwarten ist, einige bestellen Sandwiches zum späten Abendessen, andere probieren sich durch die Cocktails (ab 9 Euro). Eine Mitarbeiterin durchblättert einen Rezeptekatalog und bereitet mit gewissenhafter Akribie einen fruchtigen Cocktail zu, lecker ist er, nur eine Spur zu süß. Inzwischen gibt es eine neue Cocktailkarte, darauf sind vor allem die Klassiker zu finden wie Piña Colada, auf Wunsch bekommt man Eigenkreationen. Der Weißwein (4,50 Euro) kommt in einer kleinen Karaffe und schmeckt frisch und herb, wie er es soll. Zu den Drinks gibt es Nussmischung in einem Glas, das ungefragt aufgefüllt wird.

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Es ist geradlinig-modern hier. Die Bar ist, ganz Hotel-Stil, reduziert dekoriert, ein wenig anonym, aber ungemütlich nicht. Die Wände sind mit Streifen von Loden dekoriert. Erst vor Kurzem sei alles neu gestaltet worden, sagt die Chef-Barkeeperin, aber die Loden habe man erhalten, als eine Art Reminiszenz.

Was bleibt ist dieses eine Problem. Die Bar ist optisch einladend, überteuert ist es hier auch nicht, aber - die Gäste fehlen. Gegen elf sind die meisten bereits gegangen, man sitzt mit nur zwei anderen Menschen im Lokal, ansonsten: gähnende Leere. Dabei könnte man jetzt in den gemütlichen Sesseln am Bareingang den Gesprächsstoff der Woche vertiefen. Da kann man nur sagen: Liebe Freisinger, probiert's mal aus, es lohnt sich.

Alois-Steinecker-Straße 20, täglich von 10 bis 1 Uhr geöffnet. Barrierefreiheit: Die Loden Bar ist barrierefrei zugänglich.