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Sondierungsgespräche:Die Kandidatensuche beginnt

Bundestagswahlkreise und ihre Kandidaten in Sachsen-Anhalt

Die Parteien überlegen, wen sie als Nachfolge des Landrats für die Kommunalwahlen 2020 nominieren möchten.

(Foto: dpa)

Landrat Josef Hauner wird bei den Kommunalwahlen 2020 nicht mehr antreten, in einigen Parteien gibt es schon Überlegungen, wer sich um die Nachfolge bewerben könnte. Im Spätsommer finden wohl die Nominierungen statt.

Bis zu den Kommunalwahlen im März 2020 ist es noch ein Weilchen hin. Trotzdem müssen sich die Parteien und Gruppierungen im Landkreis allmählich darüber klar werden, ob sie in ihren Reihen jemanden finden, der Landrat werden möchte. Denn der amtierende, Josef Hauner (CSU), wird dann aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung stehen. In den kommenden Wochen läuft der Entscheidungsprozess an. Konkrete Namen sind bislang niemandem zu entlocken. Die meisten Parteien und Gruppierungen wollen ihre Kandidaten erst nach den Sommerferien nominieren.

Am weitesten scheint eine Idee schon bei der Freisinger Mitte gereift zu sein. "Wir haben einen Vorschlag", sagt Vereinsvorsitzender Patrick Romer. Der soll den Mitgliedern bald in einer Versammlung präsentiert werden. Sollte sich eine Mehrheit finden, die diesem Vorschlag zustimmt, bekommt der- oder diejenige freie Bahn für eine Kandidatur. Auf Erfahrungen könnte da beispielsweise Birgit Mooser Niefanger bauen, die bei den jüngsten Kommunalwahlen noch für die Grünen antrat. Den Namen will Romer aber nicht bestätigen. Den sollten zu allererst die Mitglieder erfahren. Zur Volksfestzeit sollen spätestens die Kandidaten für die Kreistagsliste feststehen. "Denn dann geht es Schlag auf Schlag", sagt Romer.

Findungsprozelle bei CSU und SPD

Dass die CSU einen Kandidaten stellt, um den Landratsposten, den sie derzeit inne hat, zu verteidigen, dürfte außer Frage stehen. Das gehört zu ihrem Selbstverständnis. "Derzeit ist ein Findungsprozess im Gange", sagt Kreisvorsitzender Florian Herrmann. Ziel sei es, sich bis zum Sommer Klarheit zu verschaffen. Denn nach den Ferien beginne dann sofort der Wahlkampf.

Noch ganz am Anfang des Findungsprozesses steht die SPD. Es sei noch kein Beschluss gefasst, informiert der neue Kreisvorsitzende Andreas Mehltretter. Er geht davon aus, dass die SPD ihren möglichen Landratskandidaten und die Bewerber für die Kreistagsliste Mitte September, Anfang Oktober präsentieren wird.

Freie Wähler und Grüne wollen das Amt erobern

Ganz am Anfang stehen auch die Freien Wähler. "Wir treffen uns in zehn Tagen zu einer Besprechung", sagt der Zweite Vorsitzende Rainer Schneider. Dann werde das weitere Vorgehen besprochen. Es ist wohl davon auszugehen, dass die Freien Wähler einen eigenen Kandidaten küren, der für sie das Amt des Landrats von der CSU zurückerobern soll. Bevor Hauner vor fünf Jahren gewählt wurde, stellten sie mit Manfred Pointner und Michael Schwaiger viele Jahre lang den Amtsinhaber.

Dass die Grünen einen eigenen Landratskandidaten stellen, steht für Kreisrat Michael Stanglmaier außer Frage. Das, findet er, gehöre zum Selbstverständnis der Partei, die nach den Freien Wählern die meisten Kreisräte im Kreistag stelle, sagt Stanglmaier. Er könne sich schon gar nicht mehr daran erinnern, wann zuletzt eine Landratswahl ohne einen Kandidaten der Grünen stattgefunden habe. Doch auch Stanglmaier geht davon aus, dass der Entscheidungsprozess sich bis zum Sommer hinziehen werde. Bis dahin sollen Gespräche geführt werden. "Dann werden wir schauen, wer sich herauskristallisiert." Im September/Oktober werde wohl nominiert werden. Schließlich gelte es, die Wahlen auf Kreisebene mit denen auf Gemeinde- und Stadtebene zu koordinieren. Dort werden Bewerber für Bürgermeisterposten gesucht. Zuletzt hatte es Christian Magerl relativ knapp verpasst, erster grüner Landrat im Landkreis Freising zu werden.

Gedanklich ist die ÖDP momentan beim Voksbegehren

"Wir haben uns noch gar keine Gedanken gemacht", gibt Ulrich Vogl, Kreisvorsitzender der ÖDP, zu. Aktuell hat für die Partei das Volksbegehren für Artenvielfalt absoluten Vorrang. Die Zeit dränge ja noch nicht, sagt Vogl. In etwa vier bis sechs Wochen will sich die ÖDP Gedanken darüber machen, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Eine Option könnte allerdings sein, dass sie einen anderen Bewerber unterstützt. Voraussetzung dafür ist aber laut Vogl, dass dieser das Format habe, das Amt des Landrats würdig auszufüllen.

FDP und AfD überlegen noch

Noch keine Überlegungen, einen Kandidaten für die Nachfolge von Josef Hauner aufzustellen, gibt es bisher auch bei der FDP. Im Herbst wollen die Liberalen in jedem Fall ihre Liste für den Kreistag präsentieren. Zunächst, sagte Kreisvorsitzender Martin Alberti, wolle man überlegen, in welchen Gemeinden die FDP kandidieren soll.

Auf Kreis- und Gemeindeebene will sich die AfD bei den Kommunalwahlen verankern. Ob die Partei einen eigenen Kandidaten für das Amt des Landrats stellt, sei noch ungewiss, sagt Johannes Huber, Vorsitzender des Kreisverbandes Freising-Pfaffenhofen. In jedem Fall will die AfD aber Kandidaten für Kreistagsliste und Gemeinderäte benennen. Die Partei beteiligt sich zum ersten Mal an Kommunalwahlen.