Moosburg Marketing eG:Erhöhung mit Augenmaß

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Moosburg Marketing eG: Wenn sich in Moosburg was rührt, wie hierbei der 1250-Jahr-Feier, dann hat meist auch die Marketing-Genossenschaft ihre Hände im Spiel. Dafür wird sie allseits gelobt, doch bei den Zuschüssen setzt der Finanzausschuss Grenzen.

Wenn sich in Moosburg was rührt, wie hierbei der 1250-Jahr-Feier, dann hat meist auch die Marketing-Genossenschaft ihre Hände im Spiel. Dafür wird sie allseits gelobt, doch bei den Zuschüssen setzt der Finanzausschuss Grenzen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Marketing-Genossenschaft beantragt eine Anhebung des städtischen Zuschusses um 25 Prozent auf 139.000 Euro im Jahr. Der Moosburger Finanzausschuss deckelt den Betrag bei den Haushaltsberatungen jedoch auf 150.000 Euro.

Von Alexander Kappen, Moosburg

Messe Moosburg, Karrieretag, Moosburger Advent, "Digitale Stadt", um nur einige Veranstaltungen und Projekte zu nennen - das Aufgabenspektrum der Moosburg Marketing-Genossenschaft (MeG) ist breit. Im Finanzausschuss des Stadtrats wollte am Montagabend auch niemand in Zweifel ziehen, dass die Marketing eG qualitativ hochwertige Arbeit leistet. Nur bei der Frage, wie viel man sich diese Arbeit kosten lässt, da schieden sich eben die Geister. Die Genossenschaft hatte für das kommende Jahr eine Erhöhung des städtischen Zuschusses um 25 Prozent auf dann 169.000 Euro beantragt, während es etwa Bürgermeister Josef Dollinger (FW) bei den bisherigen 135.000 Euro belassen wollte. Letztlich einigte man sich auf den von Finanzreferent Jörg Kästl (ÖDP) ins Spiel gebrachten Kompromiss mit einem Jahreszuschuss in Höhe von 150.000 Euro.

Thomas David, geschäftsführender Vorstand und Geschäftsstellenleiter der MeG, verwies auf all die Aufgaben, die die Genossenschaft satzungsgemäß im Bereich des Stadtmarketings, der Wirtschaftsförderung, des Innenstadt- und des Tourismusmanagements übernehme. Die Rede war von der "Organisation vieler publikumsintensiver und regional etablierter Veranstaltungen", die man, wie den Christkindlmarkt, teilweise auch von der Stadt übernommen habe. David stellte auch den Aufbau des Stadtportals meinmoosburg.de mit zugehöriger App und die Einkaufsgutschein-Karte Moosburg Card 2.0 heraus. Letztere binde Kaufkraft in der Stadt, derzeit seien hier 90.000 Euro im Umlauf. "Ja, das alles kostet Geld", sagte er, "aber der Moosburger Advent zum Beispiel, das ist ein Alleinstellungsmerkmal, das sollten wir uns auch was kosten lassen".

Viel Einsparpotenzial gebe es nicht, sagt der Vorstandsvorsitzende Reinhard Lauterbach

Die Finanzplanung sieht 2023 Ausgaben in Höhe von 413.300 Euro vor. Dem stehen 244.200 Euro an Einnahmen gegenüber. Die Differenz von rund 169.000 Euro ist das, was als städtischer Zuschuss beantragt war. Reinhard Lauterbach (FW), Stadtmarketingreferent und MeG-Vorstandsvorsitzender, verwies auf die Position des Stadtmarketing-Bundesverbands, der eine Steigerung von 50 Prozent empfehle. "Nur" 25 Prozent mehr Zuschuss seien da moderat. "Wir sind ein Teil von Moosburg", sagte er, die Genossenschaft "bringt auch einiges zurück, etwa Lebensqualität für die Bürger". Viel Einsparpotenzial gebe es nicht. So seien etwa aufgrund der angespannten Personalsituation bei Dienstleistern für Veranstaltungen die Kosten gestiegen.

Bürgermeister Dollinger hob einen einmaligen staatlichen Förderbetrag von 48.000 Euro hervor, der im Finanzplan als Einnahme aufgeführt sei. Wenn der 2024 wegfalle und die Stadt diesen Betrag übernehmen müsse, "sind wir schon bei rund 220.000 Euro Zuschuss". Vergessen dürfe man auch nicht, dass der Zuschuss erst zum Haushaltsjahr 2020 von 120.000 auf 135.000 Euro angehoben worden sei.

Man müsse sich bemühen, die Einnahmen zu erhöhen, fordert Julian Grübl (Fresh)

Martin Pschorr (SPD), der neben Dollinger als Einziger gegen die 150.000 Euro stimmte, kritisierte die hohen Personalkosten: "Das waren vergangenes Jahr 107.000 Euro und sind jetzt 138.000 Euro, das ist kein geringer Betrag." Neben den beiden Vollzeitkräften, die sich laut Thomas David am öffentlichen Dienst orientieren und zum neuen Jahr eine Gehaltserhöhung beantragt haben, ist eine Minijobberin hinzu gekommen. Darüber hinaus gibt es noch eine Reinigungskraft. Pschorr störte sich "an der Verfahrensweise". Mit der Personalaufstockung, auf die der Stadtrat keinen Einfluss habe, "sind Fakten geschaffen worden, die am Ende des Jahres nicht mehr umzukehren sind". Fresh-Stadtrat Julian Grübl sprach ebenfalls die Personalkosten an. Ebenso die "erhebliche Diskrepanz" zwischen dem Zuschuss der Stadt und den MeG-Mitgliedsbeiträgen, die insgesamt nur 29.000 Euro betragen. "Man muss schauen, dass man die Einnahmen erhöhen kann, so einer Summe möchte ich nächstes Jahr eigentlich nicht mehr zustimmen."

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