Stadtmarketing:Tue Gutes und rede darüber

Stadtmarketing: Die Moosburger Sommernacht ist ein Publikumsmagnet, hat in diesem Jahr aber auch ein Minus von 18 000 Euro verursacht.

Die Moosburger Sommernacht ist ein Publikumsmagnet, hat in diesem Jahr aber auch ein Minus von 18 000 Euro verursacht.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die örtliche Marketing-Genossenschaft leistet nach Ansicht des Moosburger Finanzausschusses gute Arbeit, sollte dies aber noch offensiver kommunizieren. Im Rathaus soll für eine bessere Außendarstellung eine Pressestelle geschaffen werden.

Von Alexander Kappen, Moosburg

Thomas David, der Geschäftsstellenleiter der Moosburg Marketing-Genossenschaft (MeG) selbst war es, der das Motto des Abends vorgab: "Tue Gutes und rede darüber." Nach diesem Grundsatz verfahre die Genossenschaft bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit und versuche, die Leute in Moosburg und Umgebung über einen Kommunikationsmix auf verschiedenen Kanälen zu erreichen, sagte der MeG-Chef am Donnerstag bei seiner Präsentation im Finanzausschuss des Stadtrats. Obwohl es zuletzt auf politischer Ebene auch Kritik an der Ausrichtung der Genossenschaft gegeben hatte, genehmigte der Ausschuss dieser für 2024 erneut den beantragten Zuschuss von 150 000 Euro. Allerdings mit dem Hinweis aus dem Gremium, man müsse die gute Arbeit der MeG noch besser in der Öffentlichkeit darstellen.

David skizzierte, was die Genossenschaft alles leiste, von der Wirtschaftsförderung über den Bereich Stadtmarketing/Stadtimage/Lebensqualität bis zum Schwerpunkt Innenstadt und Handel - inklusive der zugehörigen Maßnahmen und Veranstaltungen. Dazu gehöre etwa der Karrieretag, der so stark nachgefragt sei, dass man kommendes Jahr neben Stadthalle und zugehöriger Sporthalle noch die benachbarte Realschulturnhalle als Veranstaltungsort hinzunehmen wolle. In diesem Jahr blieb bereits ein Plus von 6700 Euro über. Die Erweiterung sei eine gute Gelegenheit, damit noch mehr Geld zu verdienen.

"Die Erfolgsgeschichte Moosburg Card 2.0", wie es Dritter Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) formulierte, bindet laut David viel Kaufkraft in der Stadt. Derzeit seien über diese aufladbare Einkaufsgutschein-Karte 105 000 Euro als Guthaben im Umlauf. 2022 wurden insgesamt 150 500 Euro über sie eingelöst, heuer sind es bereits 170 300 Euro.

Ein Publikumsmagnet war heuer die "Sommernacht". Trotzdem stand am Ende ein dickes Minus von gut 18 000 Euro zu Buche. Der Versuch, an den Verpflegungsständen eine Kulturabgabe zu kassieren, "hat nicht funktioniert", bekannte David. Im Gremium wurde die Forderung laut, die Gebühren für Standbetreiber zu erhöhen. Das habe man heuer bereits gemacht, so David. Mit der Folge, dass manche Betreiber nicht mehr gekommen seien. Kontrovers diskutiert wurde der Vorschlag, künftig Eintritt zu verlangen. "Wir sollten das probieren", meinte etwa Finanzreferent Jörg Kästl (ÖDP), während Julian Grübl (Fresh) befürchtet: "Das wäre der Todesstoß für die Sommernacht."

Rudolf Heinz (CSU) sagte, was die MeG in manchen Bereichen leiste, sei "sensationell". Andererseits verwies er auch auf die Kritik, die zuletzt aus seiner Partei laut geworden war. So fragte er nach einer Gesamtstrategie für die nächsten zehn bis 15 Jahre für die Innenstadt und einem "aktiven Bewerben bei Externen". Auch ein intensiveres Ladenleerstandsmanagement brachte er ins Spiel. Man könnte, wenn politisch gewollt, schon neue Schwerpunkte setzen, so David, aber das sei auch eine Ressourcen-Frage.

Neue Halbtagskraft für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Bürgermeister Josef Dollinger (FW) ärgerte sich, dass es in den Medien "so viel Negativberichterstattung über Moosburg Marketing und die Stadt selbst gibt". Stanglmaier wiederum sprach von der "alten Moosburger Krankheit, immer alles schlechtzureden - als Standort gibt es fast nichts Besseres als Moosburg". Er meinte, die Moosburg Card und andere Erfolge "könnte man auf allen Kanälen noch besser vermarkten".

Dafür, dass die Kommune und ihre Aktivitäten nach außen künftig besser kommuniziert werden, soll eine neue Halbtagsstelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus sorgen, für die trotz angespannter Haushaltslage bis zu 35 000 Euro im Jahr ausgegeben werden sollen. Vorkommnisse wie Keime im Trinkwassernetz, Verzögerungen bei Hallenbadneubau und Plan-Sanierung und die umfangreichen Aktivitäten der Stadt in der Kitakrise, so war man sich einig, hätten zuletzt gezeigt, wie wichtig die Kommunikation nach außen sei.

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