Moosburger Bauausschuss:Dagegen - wieder mal

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Stadträte lehnen erneut mehrheitlich ein Bauvorhaben an der Landshuter Straße ab, weil sie gravierende Verkehrsprobleme befürchten.

Von Alexander Kappen, Moosburg

Als die Entscheidung gefallen war und der Moosburger Bauausschuss den Antrag für ein neues Wohn- und Ärztehaus an der Landshuter Straße knapp mit 5:4 Stimmen abgelehnt hatte, beschlich den Bürgermeister schon eine Ahnung, wie die Sache weitergehen könnte. "Das kriegen wir wahrscheinlich wieder zurück", sagte Josef Dollinger (FW). So, wie man zuvor schon den Antrag für eine Wohnanlage auf einem Nachbargrundstück vom Landratsamt nach zweimaliger Ablehnung zur erneuten Behandlung zurück bekommen hatte und im Januar dieses Jahres dann schließlich doch zustimmte. Das Landratsamt als Genehmigungsbehörde hatte seiner Zeit damit gedroht, die Entscheidung des Stadtrats zu kassieren.

Damals wie heute ging es nicht zuletzt um die problematische Verkehrssituation auf der viel befahrenen Landshuter Straße, über die jeweils die Zufahrt auf die Grundstücke erfolgen soll. Im aktuellen Fall wurden von Drittem Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) auch die längs entlang des Gehweges angeordneten und seiner Meinung nach zu kleinen Stellplätze moniert.

Der Neubau soll auf dem Grund einer ehemaligen Arztpraxis entstehen

Die vorliegende Planung sah generell den Abriss des bestehenden Gebäudes vor, in dem früher bereits die Arztpraxis Dr. Grölkinger untergebracht war. An der Landshuter Straße war als Ersatzbau ein 13 mal 22 Meter großer, dreigeschossiger Hauptbaukörper mit flach geneigtem Satteldach geplant, dahinter Richtung Süden ein neun mal 25 Meter großer Querbau mit begrüntem Flachdach. Auch eine Tiefgarage sah die Planung vor. Der First des Neubaus sollte nur rund 60 Zentimeter höher sein als das Bestandsgebäude.

Gerd Beubl (SPD) störte sich jedoch daran, dass man auf dem 1273 Quadratmeter großen Grundstück in dem Neubau, in dessen Erdgeschoss erneut eine Arztpraxis vorgesehen ist, mit einer Geschossflächenzahl von 1,1 geplant hat: "Das ist schon gewaltig, mehr als die Fläche des Grundstücks würde also als Wohnfläche entstehen." Aber im Wesentlichen ging es den Ausschussmitgliedern, die das Vorhaben ablehnten, um die Verkehrsproblematik. "Wenn wir zustimmen, planen wir hier ganz offen und ehrlich ein Verkehrschaos", warnte Beubl. Er verwies auch auf die Stadtwaldstraße, die auf der anderen Seite der Landshuter Straße in diese mündet, wodurch dort vor allem im Berufsverkehr eine Menge Betrieb herrscht. Man habe hier ja auch schon mal einen Kreisverkehr angedacht, so Beubl.

Für den Bauamtsleiter ist der Verkehr kein Ablehnungsgrund

Bauamtsleiter Herbert Held hält einen Kreisel an dieser Stelle für "ungünstig, dann wird es einen langen Rückstau in die Stadt geben". Die Einmündung sei in seinen Augen "auch kein Unfallschwerpunkt, aber es ist natürlich ein problematischer Verkehrsknotenpunkt". Evelin Altenbeck (Grüne) plädierte dafür, "da unbedingt mal einen Verkehrsplaner draufschauen zu lassen". Es gebe ja auch "einfache Kreisverkehre, so wie zum Beispiel in Erding, die können von LKWs, die sonst nicht durchkommen, auch überfahren werden". In jedem Fall, das räumte der Bürgermeister ein, sei die geplante Bebauung bezüglich der Straßensituation "schon ein bisserl kritisch, so eine Arztpraxis wird auch noch einiges an Verkehr anziehen".

Der Bauamtsleiter sah eine Ablehnung des Vorhabens dennoch als nicht angebracht an. An den Stellplätzen neben dem Gehweg, die von beiden Seiten zugänglich und nicht zu klein seien, gebe es nichts auszusetzen. "Als Zuckerl hat der Bauwerber sogar mehr Stellplätze eingeplant als nötig wären." Und auch die Verkehrssituation ist in seinen Augen kein Ablehnungsgrund: "Man kann nicht die Zustimmung für etwas verweigern, das einem Antragsteller rechtlich zusteht, nur weil auf der Landshuter Straße viel Verkehr ist." Gut möglich, dass man im Landratsamt seine Einschätzung teilt.

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