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Vitalis-Senioren-Zentrum in Marzling:Bisher fünf Mitarbeiter in Quarantäne

Für die Angehörigen der Bewohner gilt im Marzlinger Vitalis-Senioren-Zentrum derzeit wegen eines Corona-Falls ein Betretungsverbot.

(Foto: Marco Einfeldt)

Das Personal und alle 51 Bewohner der Einrichtung werden getestet. Fünf Mitarbeiter sind derzeit in Quarantäne, die Bewohner zeigen bisher keine Symptome.

Von Gudrun Regelein, Marzling

Im Vitalis-Senioren-Zentrum in Marzling gibt es einen Corona-Fall: Eine Mitarbeiterin wurde positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Der Laborbefund des Abstrichs, der bereits am 5. August in einer Arztpraxis ausgeführt wurde, lag erst an diesem Dienstag vor. Das Gesundheitsamt Freising kontaktierte daraufhin sofort die Leitung der Einrichtung. Diese informierte laut Landratsamtssprecher Robert Stangl die Angehörigen der Bewohner und sprach ein vorübergehendes Betretungsverbot aus.

Das Gesundheitsamt arbeitet inzwischen an der Ermittlung der engen Kontaktpersonen der erkrankten Mitarbeiterin, bei einigen anderen Mitarbeitern - laut dem Pressesprecher der Vitalis-Gesellschaft, Bernhard Rössler, sind das vier weitere Pflegekräfte - wurde bereits eine Quarantäne angeordnet. Die Bewohner aber zeigten bislang keine Symptome. An diesem Mittwoch fand eine Reihentestung statt, bei der Abstriche der 51 Bewohner und 57 Mitarbeiter des Seniorenzentrums genommen werden. In Abstimmung mit der Koordinierungsgruppe am Landratsamt hat das THW zusätzlich sicherheitshalber ausreichend Schutzausrüstung an die Einrichtung geliefert.

Abhängig von den Testergebnissen bestehe die Möglichkeit, infizierte Bewohner im Seniorenheim zu isolieren, sagt Bernhard Rössler. Sogar ganze Wohnbereiche könnten zu Quarantänestationen werden. Erkrankte Bewohner dürfen dann nur noch von den immer gleichen Mitarbeitern gepflegt werden. Sollten sich noch weitere Mitarbeiter infiziert haben, müssen sich auch diese in häusliche Quarantäne begeben. "In diesem Fall werden wir Mitarbeiter aus anderen Häusern nach Marzling schicken, um zu verhindern, dass es dort zu einer Personalknappheit kommt", erklärt Rössler.

Die Mitarbeiter erhalten zusätzliche Trainings

Die Vitalis-Senioren-Zentren seien auf Infektionsfälle gut vorbereitet, die Mitarbeiter erhielten derzeit zusätzliche Trainings. Laut Landratsamtssprecher Robert Stangl wurde die Reihentestung vom Gesundheitsamt Freising in Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ausgeführt. "Daher ist davon auszugehen, dass die Ergebnisse zeitnah vorliegen werden."

Unabhängig von den Testergebnissen sei zudem Anfang der kommenden Woche eine Nachtestung sämtlicher Bewohner und Mitarbeiter geplant. Die Hygienekonzepte der Pflegeeinrichtungen sähen grundsätzlich vor, dass auch zwischen den Bewohnern Abstand gewahrt und eine Vermischung der Gruppen vermieden wird.

Alte und hochbetagte Menschen zählen zu der Hochrisikogruppe. Für sie ist eine Infektion mit dem Coronavirus besonders gefährlich. Im Landkreis war bereits im April eine Einrichtung betroffen: Im Seniorenheim Kursana Domizil in Au erkrankten Bewohner an SARS-CoV-2, 35 Personen waren positiv auf das Coronavirus getestet worden, zehn starben mit oder an Corona. In dem Seniorenheim waren damals ganze Wohnbereiche komplett betroffen. Auch über zehn Mitarbeiter hatten sich infiziert. Mittlerweile hat sich dort die Situation aber normalisiert: "Aktuell ist nichts über dortige Coronafälle bekannt", sagt Robert Stangl.

© SZ vom 13.08.2020/nta

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:36  Infizierte in Auer Seniorenheim

Neun Betroffene werden ins Klinikum Freising verlegt, 27 im Haus isoliert versorgt. Drei positiv getestete Bewohner sind im Krankenhaus gestorben, nach bisherigen Erkenntnissen aber nicht an Corona. Im Klinikum Freising liegen derzeit 67 Covid-19-Patienten.

Von Birgit Goormann-Prugger und Peter Becker

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