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Die Partei in Freising:"Blabla" und Kandidaten-Wahl

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"Die Partei" und ihre Bewerber: (v. l.) die Landtags- und Bezirkstagskandidaten Kevin Neuwirth und Lukas Gerstweiler (2. und 3. v. l), Wahlleiter Christian Lutz (l.) und der stellvertretende Kreisvorsitzende Zeljko Matas.

(Foto: Privat)

Die Partei von Titanic-Gründer Sonneborn nominiert in einer Plauderrunde ihre Freisinger Bewerber für die Landtags- und Bezirkstagswahl.

"Bla bla Sitzung, blablabla, bla" ist auf den rot-weiß bedruckten Wimpeln auf dem Tisch zu lesen, und darunter stehen gleich noch einige weitere Reihen mit "blablabla". Zufällig harmonieren die Wimpelfarben perfekt mit denen der großkarierten Tischdecken des Restaurants Portofino, in dem sich "Die Partei" am Sonntagabend trifft, um über ihre Kandidaten für die Landtagswahl und die Bezirkstagswahl abzustimmen.

Eingeladen waren alle Mitglieder des Kreisverbandes der Quatschpartei, wie viele das sind, weiß man jedoch nicht genau. "Vielleicht 30", heißt es. Der Kreisvorsitzende Andreas Decker ist krank und daher abwesend. "Ich schätze, es sind etwa 50 bis 100 Mitglieder", sagt sein Stellvertreter Zeljko Matas. Erst im März dieses Jahres hatte "Die Partei", deren Gründer und Vorsitzender der ehemalige Chefredakteur der Satire-Zeitschrift Titanic Martin Sonneborn ist, den Kreisverband gegründet.

Der neue Stimmkreiskandiat: Bei politischen Zielen flexibel

Man, es sind ausschließlich Männer da, von denen einer aber seine kleine Tochter dabei hat, spekuliert ein wenig darüber, ob eine Wahl eigentlich bei Alkoholgenuss der Anwesenden anfechtbar sei. Um zur Wahl zugelassen zu sein, müsse man mit dem Erstwohnsitz im Landkreis gemeldet sein, sagt der Schriftführer, der die Tagesordnungspunkte zwischendurch vom Smartphone-Display abliest. Damit fällt schon einer am Tisch als Stimmberechtigter weg. "Hat jemand Einwände gegen die Tagesordnung, die hier nicht ausliegt?" Das kleine Mädchen meldet sich. Gelächter, denn der Vater hat seinen Arm hochgehalten.

Etwas lockeres Geplauder, man lernt sich noch kennen, dann wird in die Runde gefragt, wer sich als Stimmkreiskandidat für die Landtagswahl wählen lassen möchte. Der Schüler Kevin Neuwirth meldet sich als Einziger und erhält alle acht möglichen Stimmen. Bei seinen politischen Zielen sei er flexibel, sagt der 19-Jährige aus Pulling. "Denn wie schon die Regierungsverhandlungen gezeigt haben, ist es nur hinderlich, wenn die Ziele zu starr sind." Ansonsten sei er auf einer Linie mit den Zielen der Partei.

Ein Bierbrunnen für Freising

Als Kandidat für die Bezirkstagswahl im kommenden Jahr stellt sich Lukas Gerstweiler zur Verfügung. Der 25-Jährige studiert an der TU München, auch er wird einstimmig gewählt. "Wir wollen einen Bierbrunnen in Freising erreichten, dafür werde ich mich einsetzen", sagt der Student. Sowohl Gerstweiler als auch Neuwirth waren als Jugendliche bereits Mitglieder in anderen Parteien. Zur "Partei" sei er gekommen, sagt Lukas Gerstweiler, weil ihn das Wahlprogramm überzeugt habe. "Und außerdem hatte Martin Sonneborn einen sympathischen Auftritt beim BR. Da habe ich mich entschieden, Mitglied einer ernsthaften Partei zu werden." "Der einzig ernsthaften", fügt sein Sitznachbar grinsend hinzu.

Satire gehört zum Programm

Dafür und auch ein bisschen dagegen

"Die Partei" gründet einen eigenen Freisinger Kreisverband und meint es mit ihren Anliegen bierernst   Von Alina Sabransky