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Kommentar:Einfach auch machen

Nach dem grundsätzlich lobenswerten Beitritt zum Biostädte-Netzwerk darf sich der Freisinger Stadtrat nicht allein auf ehrenamtliches Engagement verlassen.

Von Thilo Schröder, Freising

Fairtrade-Kommune, Fahrradfreundliche Kommune, jetzt Biostadt. Die Stadt Freising, hat man den Eindruck, sammelt Titel wie der deutsche Rekordmeister in der Fußballbundesliga: Schlag auf Schlag. Allein die wahrgenommenen Investitionen bewegen sich in sehr unterschiedlichen Sphären. Oft kommt das sichtbare nachhaltige Engagement aus der Bürgerschaft. Ob in Sachen Fahrradfreundlichkeit seitens der Unterstützerinnen und Unterstützer des Radentscheids Freising oder in Sachen regionaler Ökolandbau seitens der Agenda 21-Gruppe "Biostadt Freising". In solchen Initiativen wirken schon teilweise auch Stadträtinnen und -räte mit. Was es jedoch braucht, ist ein insgesamt bio-engagierter Stadtrat.

Netzwerke sind natürlich immer gut. Insbesondere, um voneinander zu lernen oder größere, überregionale Projekte zu starten. Das bundesweite Biostädte-Netzwerk wird zudem gefördert vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und anderen Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Da ist es gut, wenn möglichst viele Kommunen Mitglied sind, auch kleinere Kreisstädte wie Freising. Viele Städte können gemeinsam mehr erreichen.

Aus einer freiwilligen Selbstverpflichtung, aus Bekenntnissen erwächst aber noch nicht per se tatkräftiges Handeln. Selbst Auszeichnungen sind da nicht immer aussagekräftig, Beispiel "Fahrradfreundliche Kommune": Glaubt man dem Fahrradklimatest des ADFC, haben Befragte Freising zuletzt weniger fahrradfreundlich wahrgenommen als noch vor einigen Jahren, dennoch hat die Stadt die Zertifizierung bekommen. Für den grundsätzlich lobenswerten Biostädte-Beitritt gilt umso mehr: sich nicht nur auf ein Netzwerk, daraus folgende Impulse und ehrenamtliches Engagement vor Ort verlassen. Sondern einfach machen.

© SZ vom 08.04.2021
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Biostadt
:Selbstverpflichtung statt  Auszeichnung

Nach dem Beitritt zu dem Netzwerk muss sich die Nachhaltigkeit nun erarbeitet werden.

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