Kunst in Au:"Malen ist meine Bestimmung"

Kunst in Au: Die Auer Künstlerin Heidrun Hee, hier in ihrem Atelier im Saal des Gasthauses Bergsteffl, liebt großformatige, farbenfrohe Bilder.

Die Auer Künstlerin Heidrun Hee, hier in ihrem Atelier im Saal des Gasthauses Bergsteffl, liebt großformatige, farbenfrohe Bilder.

(Foto: Marco Einfeldt)

Heidrun Hee öffnet am kommenden Samstag noch einmal ihr Atelier im Gasthaus Bergsteffl in Au. Dort sind auch einige ihrer großformatigen, farbenfrohen Bilder ausgestellt.

Von Katharina Aurich, Au

"Sommer - Sonne - Kunst" hat die Auer Malerin Heidrun Hee ihr "offenes Atelier" im ehemaligen Festsaal des Gasthauses Bergsteffl betitelt. An noch einem Samstag im August lädt die Künstlerin Besucher und Besucherinnen in die Marktgemeinde Au ein, ihre großformatigen, farbenfrohen und vor Kreativität sprühenden Werke zu betrachten und sie vor allem auf sich wirken zu lassen. "Ich möchte mit meinen Bildern eine positive Stimmung und Freude verbreiten", sagt die Malerin. Im offenen Atelier ist die Künstlerin bei der Arbeit zu sehen, ebenso eine Werkschau der Bilder von 2019 bis heute sowie aktuelle Werke in den verschiedensten Phasen ihrer Entstehung.

Der Saal im Bergsteffl sei ein Glücksfall, sagt die Künstlerin, die seit 2019 malt und zu Hause keinen Platz mehr für ihre großen Bilder hatte. Der Festsaal stand leer, seine großen Wände und die Fensterfront sind nun der ideale Ort, um zu malen und die Bilder zu zeigen. "Dass ich diesen Raum nutzen kann, war eine Initialzündung für mich, noch größere Bilder zu schaffen", schildert Hee.

Die Bilder sind zum Teil surrealistisch

Die Werke der Künstlerin entziehen sich gängigen Kategorien, sie sind sehr farbenfroh und man entdeckt ständig etwas Neues in ihnen. "Eher abstrakt, mit figürlichen, aber verfremdeten Anteilen, zum Teil surrealistisch", so beschreibt sie ihre Arbeiten selbst. Hee verwendet Acrylfarbe, aber auch Elemente für Collagen oder Spachtelmasse, um räumliche Effekte zu erzeugen. Das Malen sei inzwischen ihr Alltag und fülle sie aus, es sei viel mehr als ein Hobby, "sondern ihre Bestimmung". Die Motive und Ideen für ihre Werke kämen "aus meinem Bauch". Es sei die absolute Freiheit, aus ihrem Unterbewussten zu schöpfen und ihre Gedanken und Stimmungen in den Bildern festzuhalten. Dort tummeln sich rätselhafte, zauberhafte Wesen, witzige Figuren neben magischen Landschaften.

Heidrun Hee stammt aus einer Künstlerfamilie, ihr Vater komponierte, wollte jedoch, dass seine Tochter einen "seriösen" Beruf ergreift und drängte sie dazu, Wirtschaftswissenschaften zu studieren, erzählt Hee. Sie arbeitete dann lange als Managerin und Lektorin in Verlagen. Schließlich litt sie unter dem Druck des Managerlebens und die Inhalte genügten ihr nicht mehr. Sie orientierte sich grundlegend um und begann vor drei Jahren zu malen. "Ich empfand einen großen Drang, mich auszudrücken" schildert sie.

Rückmeldungen freuen die Malerin besonders

An jedem Bild arbeite sie ungefähr einen Monat. Von Anfang an kamen Kunden und wollten ihre Bilder kaufen, dies habe sie bestärkt, weiter zu malen. Es falle ihr schwer, sich von ihren Werken zu trennen, aber die Freude, die sie anderen damit mache, sei für sie das Wichtigste. Manchmal schrieben ihr Kunden sogar begeistert, dass sie immer wieder etwas Neues, ein Koboldgesicht, ein kleines Tier, eine besondere Struktur in dem Bild entdeckten. Diese Rückmeldungen seien toll, sagt Hee. Nichts an ihren Bildern sei wiederholbar, jedes Werk ein einmaliger Schöpfungsprozess, der sich aus ihren aktuellen Gefühlen speise.

Durch alle großformatigen Leinwände ziehen sich ein Humor und Witz, mit dem Hee den Betrachter überrascht. Ihr neuestes Projekt ist ein Buch mit ihren kleinformatigen Bildern, zu denen sie Texte verfasst. Außerdem sollen die Leinwände auf denen sie malt, noch größer werden, sagt sie. Leider seien die Ausstellungen, in denen ihre Werke zu sehen gewesen wären, wegen Corona ausgefallen.

Als Nächstes wird Hee ihre Bilder bei der Künstlermeile in Attenkirchen im September und der Jahresausstellung des Kunstvereins Freisinger Mohr, dem sie angehört, im Oktober zeigen. Hees Atelier im ersten Stock des Gasthauses Bergsteffl ist am 21. August noch einmal von 11 bis 17.30 Uhr geöffnet.

© SZ vom 16.08.2021/psc
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