Stadt Freising:ÖDP drängt auf Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs

Stadt Freising: Wegweisend für die Zukunft von Freising wird nach Ansicht der ÖDP sein, ob sich der Stadtrat für eine große oder kleine Fußgängerzone entscheidet.

Wegweisend für die Zukunft von Freising wird nach Ansicht der ÖDP sein, ob sich der Stadtrat für eine große oder kleine Fußgängerzone entscheidet.

(Foto: Marco Einfeldt)

Wünschenswert wäre eine Expressbus-Linie zwischen Freising und Pfaffenhofen. Die Umweltpartei möchte auch ein wachsames Auge auf die Planung der Eventarena am Flughafen werfen.

Von Peter Becker, Freising

Der Kreisverband der ÖDP möchte weiter an einem Expressbus-Netz im Landkreis Freising und darüber hinaus stricken. Das stellte Kreisvorsitzender Ulrich Vogl für das kommende Jahr in Aussicht. Der öffentliche Personennahverkehr war einer der Schwerpunkte während der Jahreshauptversammlung der Partei. Nach dem äußerst erfolgreichen Schnellbus von Freising nach Garching nimmt die ÖDP das nächste Projekt in Angriff: eine Linie, die Freising über Kirchdorf mit Pfaffenhofen verbindet. "Ein wichtiger Lückenschluss", betonte Kreisvorsitzender Ulrich Vogl. Ingolstadt und Landshut rückten dadurch näher zusammen. Reisende könnten sich den lästigen Umweg über den Münchener Hauptbahnhof sparen.

Die ÖDP will zu diesem Projekt einen Vorstoß im Kreistag wagen. Die Erfolgsaussichten sind derzeit eher gering. "Wir müssen jeden Euro zweimal umdrehen", sagte Kreisrat Manfred Reuß. So sei die Arbeit im Kreistag von der Finanzsituation des Landkreises geprägt, angesichts des "Sammelsuriums an Projekten, die derzeit am Laufen sind". Viel Geld werde für die Schulen ausgegeben, was eine gute Investition sei. Manche Projektabwicklung müsse über einen längeren Zeitraum geschehen, sonst müsse man die Kreisumlage bald wieder erhöhen.

Stadträtin Emilia Kirner verwies darauf, dass Freising jetzt vor der wegweisenden Entscheidung stehe, ob es eine große oder kleine Fußgängerzone wolle. Und die ÖDP möchte ein wachsames Auge auf die weitere Planung einer Eventarena am Flughafen werfen. Die Stadträtin ist sich sicher, dass das Gebäude mehr sein soll als nur ein Veranstaltungsort für Konzerte. "Wir brauchen keine Kongresshalle", bekräftigte sie, in der sich die Führungskräfte der deutschen Dax-Konzerne zu Tagungen träfen. Das ziehe nur noch mehr Straßen- und Flugverkehr an. Und die dadurch ausgelösten zusätzlichen Flugbewegungen könnten Argumente für den Bau einer dritten Startbahn sein, die ja bislang nicht vom Tisch sei.

Die ÖDP möchte sich dafür einsetzen, dass die Stadt Freising eine Verpackungssteuer einführt. "Städte können eigene Steuern erheben", erklärte sie. Nach Meinung der ÖDP seien immer noch zu viele Einwegverpackungen unterwegs, wie etwa "To-go-Becher". Die Ursache sei, dass es in Freising zu wenig Anbieter von Recup-Systemen gebe.

Durch intelligente Technik sollen Busse mit Ampeln kommunizieren und schneller werden

Florian Pflügler, Kreisrat und Verkehrsreferent im Neufahrner Gemeinderat, berichtete von einer Initiative des Zweckverbands Versorgungs- und Verkehrsbetriebe Neufahrn/Eching, den Busverkehr im südlichen Landkreis zu beschleunigen. Damit sollen Verspätungen während der Rushhour minimiert und die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs gesteigert werden.

Geschehen soll das durch eine moderne, intelligente Steuerungstechnik, mit der Bus und Ampel miteinander kommunizieren. Fährt eine Fahrerin oder ein Fahrer auf eine Kreuzung zu, reicht ein Knopfdruck und das Vorrangsignal wird ausgelöst. Die Ampel springt auf "grün" um. Sobald der Bus die Kreuzung passiert hat, schaltet sie wieder auf Normalbetrieb um. Pflügler kündigte an, dass Massenhausen künftig besser an das Netz des öffentlichen Nahverkehrs angebunden wird. Dann wird der Neufahrner Ortsteil zweimal pro Stunde von einem Bus angesteuert.

Stadt Freising: Der Hubschrauberlandeplatz der Bundespolizei in Oberschleißheim mit seinen Flugkorridoren verhindert derzeit den Ausbau von Windenergieanlagen in Eching.

Der Hubschrauberlandeplatz der Bundespolizei in Oberschleißheim mit seinen Flugkorridoren verhindert derzeit den Ausbau von Windenergieanlagen in Eching.

(Foto: Florian Peljak)

Markus Hiereth gehört seit Ende Januar als Nachrücker für Alexander Krimmer dem Echinger Gemeinderat an. Er beschäftigt sich im Gremium mit regenerativen Energien und dem öffentlichen Nahverkehr. Hiereth ärgert sich darüber, dass Eching offenkundig bei der Nutzung von Windenergie ausgebremst wird. Zum einen durch den Flughafen im Erdinger Moos, zum anderen durch den Hubschrauberlandeplatz der Bundespolizei in Oberschleißheim. Er sei sich sicher, dass die vorgebrachten Sicherheitsbedenken technisch lösbar seien. "In Eching müsste Platz für Windenergie sein", sagte er überzeugt.

Hiereth fordert den vierspurigen Ausbau der Bahngleise von Feldmoching bis Neufahrn. Auf der Strecke bremsten sich derzeit die langsam fahrende S-Bahn und schnelle Regionalzüge gegenseitig aus. Eine Möglichkeit, den Schienenverkehr zu entzerren, bestehe nach Ansicht der Fraktionsgemeinschaft von BfE, Echinger Mitte und ÖDP darin, die ursprünglich einmal für den Transrapid geplante Trasse für den Bahnverkehr zu nutzen. Für Klarheit sollen Anfragen bei der Staatsregierung, der Deutschen Bahn AG und der Autobahndirektion Süd sorgen. Letztere deshalb, weil auch der Ausbau der Autobahn A 92 auf sechs Spuren geplant ist.

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