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Corona-Impfungen im Landkreis Freising:Den Turbo zünden

FREISING: Start Massenimpfung / Impfung für Lehrer und Erzieher

Die niedergelassenen Ärzte verabreichen laut Ärztesprecher Georg Miedl etwa 2500 Dosen pro Woche.

(Foto: Johannes Simon)

Beim Impftempo steht man nach Meinung von Freisings Landrat Helmut Petz sehr gut da. In einigen Nachbarregionen ist der Anteil der Immunisierten allerdings bereits höher. Kritik kommt vor allem von der FDP.

Von Petra Schnirch, Freising

Mit den Corona-Impfungen im Landkreis geht es voran. Insgesamt 45 123 Personen haben mittlerweile die erste Dosis erhalten, 12 922 sind vollständig immunisiert. Landrat Helmut Petz bilanzierte vor kurzem, der Landkreis stehe gut da. In einigen Nachbarregionen ist der Anteil der Geimpften allerdings bereits höher. Der Freisinger FDP-Kreisrat Tobias Weiskopf fordert deshalb, den "Impfturbo zu zünden", um diesen Rückstand aufzuholen.

Im Landkreis Freising waren am Mittwoch 25,25 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal geimpft, in Dachau schon 34 Prozent, in der Stadt Ingolstadt sogar 36 Prozent. Beide liegen damit auch über der Landesquote von 30 Prozent. Der Grund dafür seien einige Sonderimpfaktionen in den vergangenen Wochen, heißt es aus dem Landratsamt in Dachau. Als Beispiel nennt Pressesprecherin Sina Török die Aktion "Impf in den Mai", bei der im Impfzentrum Karlsfeld in der Nacht zum 1. Mai 1023 Dosen von Astra-Zeneca geimpft wurden. Der Kreis Dachau habe dabei von der Möglichkeit der Sonderbestellung dieses Vakzins beim Gesundheitsministerium Gebrauch gemacht. Anfang April seien insgesamt 8000 Dosen Astra-Zeneca bestellt worden, die der Kreis in zwei Chargen zu 1500 und 6500 erhalten habe.

Auch die Ingolstädter haben diese Möglichkeit genutzt: Entsprechend der Leistungsfähigkeit des Impfzentrums Ingolstadt - etwa 45 000 Impfungen pro Monat - sei eine größere Anmeldung abgegeben worden, sagt Thomas Buchhold, Verwaltungsleiter des Impfzentrums. Daraufhin sei eine Zuteilung von rund 20 000 Dosen Astra-Zeneca erfolgt. Da auch in Ingolstadt innerhalb der priorisierten Gruppen eine gewisse "Zurückhaltung" bei diesem Impfstoff festzustellen war, sei entschieden worden, diese Dosen bei einer Sonderimpfaktion allen Interessierten anzubieten - auch Bürgerinnen und Bürgern, die nicht in Ingolstadt wohnen, dort aber ihren regelmäßigen Arbeitsort haben. Grundlage für die reguläre Zuteilung sei auch in Ingolstadt die Bevölkerungszahl.

Landkreis Freising im Mittelfeld

Im Landkreis Freising fand vor kurzem ein Sonder-Impftag mit 550 Dosen Astra-Zeneca für über 60-Jährige statt, Mitte März gab es eine Reihenimpfung für Schul- und Kita-Personal, 2400 Personen nutzten damals diese Gelegenheit. Auf eine Sonderbestellung im April habe der Landkreis nach längeren Diskussionen aber verzichtet, sagt Pressesprecher Robert Stangl. Zu diesem Zeitpunkt sei das Vakzin dieser Firma nach mehreren Fällen von Hirnvenenthrombosen nach einer Impfung sehr schlecht angenommen worden. Deshalb habe man Angst gehabt, dass man darauf sitzen bleibe, weil er innerhalb sehr kurzer Zeit verimpft werden sollte.

Laut einer Auflistung des Tagesspiegels liegt der Landkreis Freising, was die Summe der verabreichten Impfungen pro 100 000 Einwohner angeht, im Mittelfeld. Stand 4. Mai waren es hier 32 412 Dosen, Pfaffenhofen kommt auf 32 820, Kelheim auf 33 647,7, Erding auf 35 978,5, Ebersberg auf 30 243, Mühldorf lediglich auf 24 785,2. Auch in dieser Karte ist Ingolstadt mit einem Wert von 43 363,7 weit vorn. Allein über das dortige Impfzentrum könnte bis Ende Juni eine "Herdenimmunität" für das Stadtgebiet erreicht werden, heißt es auf der Homepage der Stadt.

Hohe Impfbereitschaft

Auf dem Portal Bayimco sind derzeit noch etwa 40 000 Personen mit Wohnsitz im Landkreis Freising für eine Impfung gemeldet. Die Impfbereitschaft sei richtig hoch, sagt Robert Stangl. Mit der Priorisierungsgruppe zwei sei man fast fertig, auch Gruppe drei werde schon geimpft. Allein am Dienstag hatten 650 Personen in den Impfzentren Freising und Au einen Termin, bis 800 pro Tag seien möglich.

Die niedergelassenen Ärzte verabreichen laut Ärztesprecher Georg Miedl etwa 2500 Dosen pro Woche, eine Steigerung sei hier noch möglich. Durch die Unterstützung der Praxen habe es einen "Riesenschub" gegeben.

© SZ vom 06.05.2021
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