bedeckt München
vgwortpixel

Europawahl 2019:Die Linke für ein gerechtes und flugfreies Europa

Èric Bourguignon (Mitte), Landessprecher der Linken Ates Gürpinar (rechts) und Ortsvorsitzender Sebastian Graßy betreiben Europa-Wahlkampf.

(Foto: Marco Einfeldt)

Linke starten Wahlkampf im Furtner. Zu Gast sind Europa-Kandidat Èric Bourguignon und Landessprecher Ates Gürpinar.

Traditionsbewusst hat die Wahlveranstaltung der Freisinger Ortsgruppe "Die Linke" im Furtnerbräu begonnen, denn der Leiter der Frei-Sänger, Toni Setzwein, gab zur Einstimmung leidenschaftlich ein Revolutionslied von Hoffmann von Fallersleben zum Besten. Die Bürger seien jetzt aufgerufen, bei der "bisher wichtigsten Europawahl", wie Ortsvorsitzender Nicolas Graßy sagte, ihre Stimme abzugeben. Denn wir Europäer hätten viel zu verlieren, da die rechten Parteien und Gruppierungen in Europa im Aufwind seien, betonte er. "Wir stellen uns diesem Rechtsruck entgegen", appellierte Graßy an die rund 25 Genossinnen und Genossen.

Die Linken lehnten Nationalismus und Abschottung ab und träten für ein soziales und friedliches Europa ein, betonte Europa-Kandidat Èric Bourguignon. Dazu gehöre auch, Steuerhinterziehung und Militarismus zu bekämpfen. Nur in Italien gebe es mehr Steuersünder als in Deutschland, kritisierte er. Die Linken machen sich für eine Verbesserung der Infrastruktur stark und wollen das bestehende Wirtschaftssystem, das die Wohlhabenden noch reicher mache, so Bourguignon, verändern. Die Militärausgaben sollten gesenkt und die Mittel stattdessen in das Sozialsystem gesteckt werden, betonte er. Daher sei die Europäische Linke im Moment dabei, eine Klage gegen die ihrer Meinung nach viel zu hohen Militärausgaben der EU vorzubereiten, so der Kandidat der Linken.

Anschließend ging der Landessprecher Ates Gürpinar auf seine persönliche, multinationale Herkunft ein und forderte, dass sich Europa ändern müsse, sonst gebe es die EU bald nicht mehr. Die soziale Frage und die soziale Gerechtigkeit seien die Schlüssel für eine stabile Zukunft. Es sei schon viel erreicht worden, junge Menschen etwa studierten selbstverständlich in anderen europäischen Ländern. Die Reisefreiheit sei wertvoll, doch sie nütze denjenigen nichts, die arm seien, betonte Gürpinar. Es müsse sich in Zukunft für alle EU-Bürger etwas ändern, nicht nur für die Reichen, die herumreisen.

Die Linken fordern in ganz Europa eine Grundsicherung, von der alle leben können. Die EU müsse den Ärmeren solidarisch helfen, damit die Union Bestand habe, betonte Gürpinar. Die Visionen des Landessprechers gingen sogar noch weiter, er träume von einem flugfreien Europa, sagte er unter dem Applaus seiner Zuhörer und dafür müsse überall der Bahnverkehr gestärkt werden.