Eröffnungsfeier des "Fresch" Vier Blechbläser im Strömungskanal

Die Eröffnungsfeier des neuen Schwimmbads hat das Bläserquartett der Stadtkapelle musikalisch begleitet.

(Foto: Marco Einfeldt)

Endlich ist es soweit: Das neue Schwimmbad ist bei einem Festakt eingeweiht worden, Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher spricht von einem "historischen Tag". Von kommender Woche an soll das "Fresch" dann allen Badegästen offen stehen.

Von Nadja Tausche, Freising

Das Wichtigste zuerst: Nach neuestem Stand soll das neue Schwimmbad "Fresch" in der kommenden Woche eröffnen. Das versichert Bäderleiter Alexander Frederking. Derweil hat am Mittwoch bereits eine Eröffnungsfeier für Vertreter von Politik und Firmen stattgefunden.

Das neue Schwimmbad lässt sich dabei vor allem mit zwei Worten beschreiben: offen und hell. Die Wände bestehen zu großen Teilen aus Glasfronten, runde Fenster in der Decke lassen zusätzliches Licht herein. Der Rest des Bades ist in Weiß gehalten, unterbrochen von dunkelbraunen Holzelementen. Bei der Eröffnungsfeier bot sich ein für ein Schwimmbad ungewohnter Anblick: Statt Kindern mit Schwimmflügeln fand man Männer im Anzug vor, vier Blechbläser saßen auf einer Mauer in der Mitte des Strömungskanals und schauten auf Notenständer, die im Wasser standen.

Eröffnungsfeier des "Fresch"

Das neue Schwimmbad in Bildern

Dass in Freising ein neues Schwimmbad eröffnet, bezeichnete Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher (Freisinger Mitte) in seiner Ansprache als "Privileg": Der Trend gehe deutschlandweit derzeit in die andere Richtung, man schließe Schwimmbäder. "Es ist wirklich ein Glücksfall und ein historischer Tag", so der Oberbürgermeister. Das Projekt zeige auch, wie es funktionieren kann, "wenn man Parteipolitik beiseite lässt und sich zusammentut". Ganz am Ziel sei man allerdings noch nicht, merkte Stadtwerksdirektor Andreas Voigt an. Der Außenbereich der Sauna sowie das Freibad seien noch nicht fertig. Voigt sprach auch über eine der Herausforderungen, die es beim Bau des Schwimmbades gab: "Gerade Lärmschutz hat dieses Projekt sehr bewegt und begleitet." Ursprünglich waren Eschenbacher zufolge hohe Lärmschutzwände rund um das Gelände geplant, stattdessen habe man jetzt die ruhigen Bereiche an den Rand gelegt. Auch das Gebäude des Hallenbades dient als Schallschutz für den Außenbereich, wie Architekt Ulrich Zech erklärte.

Die Wände der Bio-Sauna bestehen aus geschnittenen Baumstämmen

Zum Hallenbad gehören drei Becken plus eines für Kleinkinder. Die Bahnen im Schwimmerbecken haben eine Länge von 25 Meter. Im sogenannten Attraktionsbecken steht eine breite, gewellte Wasserrutsche, auch Massagedüsen und ein Strömungskanal gehören dazu. Eine Besonderheit ist der absenkbare Boden im dritten Becken: Damit kann man den Wasserspiegel bis zu einer Höhe von 1,80 Metern variieren. Im Bad sind an zahlreichen Stellen Liegestühle aufgestellt.

Im Saunabereich können sich die Badegäste zwischen der finnischen Sauna und der Bio-Sauna entscheiden. Unkonventionell sind dabei die Wände der Bio-Sauna: Sie bestehen aus Baumstämmen, in dünne Scheiben geschnitten und übereinander geschachtelt. An der Decke ist ein Bild von Baumkronen zu sehen. Das Dampfbad dagegen wirkt mit weißen Sitzflächen und türkisfarbenen Wänden recht modern.

Freising Diskussion über "Fresch"-Preise
Teures Vergnügen

Diskussion über "Fresch"-Preise

Kurz vor der Eröffnung des Freisinger Kombibads beantragt Stadtrat Eckhard Kaiser neue Preise. Die Familienjahreskarte könnten sich nur gut Situierte leisten, sagt er.   Von Nadja Tausche

Zuletzt wurde diskutiert, ob die Eintrittspreise zu hoch sind

Das Bad zu bauen, hat nach Informationen der Stadtwerke rund 40 Millionen Euro gekostet. Zuletzt war eine Diskussion entstanden, ob die Eintrittspreise zu hoch sind. Stadtrat Eckhardt Kaiser (parteilos) hat einen Antrag an das Gremium gestellt, in dem er billigere Saisonkarten fordert: Eine Karte für die Hallenbadsaison kostet pro Familie 790 Euro, inklusive Freibad kommt man auf 1080 Euro pro Familie und Jahr. Damit würden Geringverdiener vom Bad ausgeschlossen, findet Kaiser. ÖDP-Stadtrat Ulrich Vogl sieht das anders: Die Preise seien "sehr gut" für das, was man im Bad tatsächlich bekomme. Man habe die Preise im Werkausschuss lange diskutiert. Oberbürgermeister Eschenbacher bezeichnete es sogar als "ziemlich dreist", dass der Antrag so spät nach der Veröffentlichung der Preise komme. Dass die Preise für die Saisonkarten noch einmal gesenkt werden, hält er für "schwierig". Auch auf Facebook hatten sich kritische Stimmen zu Wort gemeldet, als die Stadtwerke die Preise im November öffentlich gemacht hatten. Weil das alte Schwimmbad an der Jochamstraße mit der Eröffnung des "Fresch" schließt, gibt es keine andere Möglichkeit mehr, in der Stadt schwimmen zu gehen.

Öffnungszeiten und Preise

Öffnungszeiten

Das Hallenbad des "Fresch" hat ganzjährig von Montag bis Sonntag zwischen 9 und 22 Uhr geöffnet. Die gleichen Zeiten gelten für den Saunabereich, hier findet jeden ersten Dienstag im Monat von 16 bis 23 Uhr eine "Ladies Night" statt. Das Freibad öffnet zusätzlich von Mitte Mai bis Mitte September Montag bis Sonntag zwischen 9 und 20 Uhr.

Preise

Die Eintrittspreise liegen im Sommer bei drei Euro für zwei Stunden und 7,50 Euro für den ganzen Tag. Der ermäßigte Eintritt liegt bei zwei beziehungsweise fünf Euro. Im Winter liegt der Eintrittspreis bei 4,50 Euro für zwei Stunden und neun Euro für den ganzen Tag, ermäßigt bei drei beziehungsweise sechs Euro. Die Saisonkarten im "Fresch" kosten 320 Euro für das Hallenbad und 120 Euro für das Freibad. Ermäßigt sind es 210 beziehungsweise 70 Euro. Die Familienkarte für zwei Erwachsene inklusive aller eigenen Kinder kostet 790 Euro in der Hallenbadsaison und 290 Euro in der Freibadsaison.

Zahlen

In einer Mitteilung haben die Stadtwerke Zahlen zum Schwimmbad zusammengestellt: 55 Mitarbeiter arbeiten demnach im "Fresch", insgesamt hat das Hallenbad 1390 Kubikmeter Wasser. Für den Bau wurden 25 000 Kubikmeter Erdreich bewegt - also 25 gefüllte 50 Meter-Sportbecken. sz

Bei der Eröffnungsfeier ging es aber vor allem um die Entstehung des Bades. "Wir haben lange überlegt, ob man im Schwimmbad Holz verwenden kann", erzählte Architekt Zech vom Büro "Venneberg & Zech". Man habe sich schließlich dafür entschieden, weil man damit die beste Akustik erziele. Außerdem sehe es schön aus und man könne zum Beispiel die Lüftung elegant dahinter verstecken, so Zech. Sein Architekturbüro aus Hannover hatte im Sommer 2013 den Architektenwettbewerb gewonnen. Im April 2016 fand dann der Spatenstich statt. Die Ursprünge des Bades beginnen lange vorher, daran erinnerte Eschenbacher: Im Jahr 1902 habe man das Freibad in Lerchenfeld gebaut, damals noch mit zwei Becken.

Der Eröffnungstermin des "Fresch" hatte sich zuletzt mehrmals verschoben. Derzeit müsse man noch einige letzte Dinge zum Brandschutz klären, schilderte Bäderleiter Frederking, bis kommende Woche, bis zu den Faschingsferien, soll das endgültig erledigt sein. Das Freibad will man laut Nina Reitz von der Pressestelle der Stadtwerke pünktlich zum Sommer-Saisonstart fertig bekommen.