Entscheidung im Echinger Gemeinderat:Maximale Anforderungen

ECHING: Gastronomie und Hotellerie im Lockdown

Derzeit laufen Untersuchungen zum baulichen Zustand des Huberwirts, den die Gemeinde Eching gekauft hat. Über die Sanierungsmaßnahmen müssen sich die Gemeinderäte später unterhalten.

(Foto: Johannes Simon)

Für den Huberwirt soll ein Sanierungskonzept für eine weitere Nutzung als Hotel und Gaststätte erstellt werden. Eine endgültige Festlegung ist das noch nicht.

Von Klaus Bachhuber, Eching

Wie geht es weiter mit dem ehemaligen Huberwirt? Gerade wird der bauliche Zustand der Immobilie im Echinger Ortskern untersucht, die im Vorjahr von der Gemeinde erworben wurde. Architektin Susanne Wehkamp berichtete im Gemeinderat, insbesondere bei der Analyse von verbauten Schadstoffen seien "wohl einige Überraschungen zu erwarten". Ende des Jahres soll eine Expertise vorliegen, wie und mit welchen Kosten das Gebäude saniert werden kann.

Nur, für welche Nutzung soll es dann saniert werden? Intensive Debatten gab es im Gemeinderat über die Frage des Vorgehens. Der Untersuchungsauftrag lautet momentan, ein Sanierungskonzept für eine weitere Nutzung als Hotel und Gaststätte zu erstellen. Dann könnte der Huberwirt wieder verpachtet werden. Der Ansatz sei gewählt worden, weil dieser Gebrauch die Maximalanforderungen etwa an den Brandschutz stelle, erläuterten die Planer.

Eine Sanierung für jegliche andere denkbare und am Ort schon diskutierte Nutzung, etwa für Vereine, käme dann in jedem Fall günstiger. Insofern bekäme der Gemeinderat mit dem jetzigen Untersuchungsumfang den "worst case" als Orientierungsrahmen. Für die Grünen war das jedoch ein verquerer Ansatz. Man solle sich "erst im Ziel klar werden", empfahl Leon Eckert. Der aufwendigste Untersuchungsansatz koste schließlich auch das meiste Geld.

Arbeitskreis hat erst einmal getagt

Bei einer Festlegung auf die weitere Nutzung müsse der Sanierungsplan dann wieder umgeschrieben werden, so dass es effektiver sei, das Ziel vorzugeben. Grünen-Sprecherin Siglinde Lebich monierte insbesondere, dass der eigens für die Nutzung des Huberwirts eingerichtete Arbeitskreis des Gemeinderats erst einmal getagt habe und das schon Monate her sei. Die Festsetzung der Vorgehensweise wäre dort besser angesiedelt gewesen, so ihr Vorschlag.

Zweite Bürgermeisterin Stefanie Malenke als Sitzungsleiterin betonte ausdrücklich, mit dem Sanierungsauftrag sei "noch nicht festgelegt, in welche Richtung es mit dem Huberwirt geht". Ein konkretes Ziel der Sanierungsplanung sorge aber für höchstmögliche Kostensicherheit. Gegen die Stimmen der Grünen entschieden CSU, SPD, FW, BfE/EM/ÖDP und FDP mit 17:5, die Untersuchung für einen Hotel- und Gaststättenbetrieb fortzuführen.

Schadstoffuntersuchung läuft

Mitte August erwarten die Planer die Ergebnisse der Schadstoffuntersuchungen. Ab September sollen stichprobenartig Bauteile untersucht werden, um die Erkenntnisse aus den alten Genehmigungsplänen zu verifizieren. Der aktuelle Huberwirt, ein Gasthaus seit über 130 Jahren, war 1955 gebaut worden. 1967 wurde das Gebäude aufgestockt und 1972 um den östlichen Anbau mit Saal erweitert, der unmittelbar ans Rathaus anliegt.

Bis Ende des Jahres könne dann eine Maßnahmenempfehlung zur Sanierung mit exakten Kosten vorgelegt werden, kündigte Architektin Wehkamp an. Malenke sagte zu, nach der Sommerpause unverzüglich die Arbeitsgruppe einzuberufen.

© SZ vom 29.07.2021
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