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Ausstellung:Präsenz von Kunst spüren

Papier ist das bevorzugte Material von Marile Holzner, von der diese Bilderreihe stammt.

(Foto: Marco Einfeldt)

"Modern Studio" präsentiert Ausstellung von fünf jungen Meisterschülern der Malerin Karin Kneffel im Alten Gefängnis in Freising

Von Birgit Goormann-Prugger, Freising

Das "Modern Studio Freising" zeigt derzeit im den Ausstellungsräumen im Alten Gefängnis die Werke von fünf junge Künstlern, alles Meisterschüler der international bekannten Malerin Karin Kneffel - ihrerseits Meisterschülerin von Gerhard Richter. Zu sehen sind Werke von Raik Gupin, Ralf Hannes, Hannes Heinrich, Marile Holzner und Bianca Patricia Isensee, alles "künstlerische Schwergewichte", so die stellvertretende Vorsitzende vom Modern Studio, Helma Dietz. Die Vernissage der Ausstellung hatte in diesem Jahr wegen Corona nicht öffentlich und auch nur in einem ganz kleinen Rahmen stattfinden können.

Der Shutdown habe bereit die Frühjahrsausstellung des Kulturvereins "wie ein Blitz getroffen", sagte Helma Dietz. Darum sei es ein Glück, nach langen Wochen der Entbehrungen und des "sehr verdünnten Kunstgenusses im digitalen Raum" mit der aktuellen Herbstausstellung wieder einmal die Präsenz von Kunst zu spüren. Das Entree in die Ausstellung bildet die helle, lichtdurchflutete, mediterran, fast südfranzösisch anmutende Installation eines simulierten Wohnraums von Raik Gupin im ersten Zimmer. Sie wirke "wie eine intuitive Gegenwehr des Lebens gegen die düstere, todesbelastete Geschichte" der alten Freisinger Fronfeste sagte Helma Dietz. Papier ist das bevorzugte Material von Marile Holzner. Als gelernte Bauzeichnerin studierte sie Malerei bei Karin Kneffel und besuchte auch eine Bildhauerklasse.

Rot, Blau und Grün sind die Farben, die einem beim Betreten des Raumes mit den Bildern von Hannes Heinrich entgegen leuchten. Das Motiv der sehr groß- oder sehr kleinformatigen Bilder ähnelt sich: Eine nicht genau zu definierende Pflanze und ihr Schattenwurf an der Atelierwand, hervorgerufen durch eine unsichtbare Lichtquelle. Ralf Hannes wiederum malt mit einem Mix aus dunklen, gedeckten Acryl- und Ölfarben. Zum Teil seien die Bilder auch vorher auf dem Computer erstellt worden und dann gemalt, so Helma Dietz. Neben der ausgeklügelt eingesetzten Farbigkeit sei Ralf Hannes vor allem das sinnlich Erfahrbare seiner Gegenstände wichtig.

Komplettiert wird die Ausstellung mit den Bildern von Bianca Patricia Isensee. Ihr gehe es um die Zerbrechlichkeit und die von vielen gespürte Gefährdung der gesellschaftlichen Grundordnung, der Demokratie, sagte Helma Dietz.

Geöffnet ist die Ausstellung noch bis zum 4. Oktober, Freitag von 15 bis 19 Uhr und am Wochenende von elf bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung (0 81 81/63 61 9 oder 0 81 65/85 33). Während der Öffnungszeiten der Ausstellung gelten die aktuellen Hygieneregeln.

© SZ vom 25.09.2020

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