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Forstenried:Party im Revier

Ein Dach über dem Kopf für die feuchtfröhliche Feier: illegales Waldlager im Forstenrieder Park.

(Foto: privat)

Förster entdeckt am Streicherhölzl Feier-Treff von Jugendlichen aus der ganzen Stadt

Sie verstoßen gegen das Versammlungsverbot wegen der Corona-Pandemie, ignorieren die Waldbrandgefahr und hinterlassen jede Menge Müll: Jugendliche machen im Nordosten des Forstenrieder Parks regelmäßig Party und verabreden sich dafür offenbar in den sozialen Netzwerken. Ein besonders beliebter Ort für derartige Zusammenkünfte mit ausgiebigem Alkoholgenuss ist das so genannte Streicherhölzl unweit des Waldgasthofs "Poseidon" und der Schießanlage des Vereins Hubertus. Dort errichteten die Teilnehmer solcher Treffen regelrechte Lagerunterstände aus Holz. Wie Revierförster Andreas Wallner berichtet, hätten besorgte Spaziergänger deshalb schon die Polizei verständigt. Die Folge mehrfacher Kontrollen durch die Beamten seien "zahlreiche Anzeigen" gewesen. Nach Feststellungen der Polizei stammen die feierwütigen jungen Leute aus den verschiedensten Münchner Stadtteilen.

Partys im Revier Unterdill erfreuten sich einer "gewissen Popularität", bedauert Förster Wallner. Doch allein schon wegen der Covid-19-Problematik gelte es, dem Treiben einen Riegel vorzuschieben. Auch die Ablagerung von Unrat, die eklatant gegen geltendes Abfallrecht verstoße, müsse dringend gestoppt werden. Gefunden habe man unter anderem Flaschen, Plastikplanen und als Sitzgelegenheiten missbrauchte Autoreifen sowie eine Kloschüssel und eine liegende Tür, berichtet Wallner, dazu jede Menge Zigarettenstummel. Das wiederum deute auf Verstöße gegen das Rauchverbot im Wald hin, der in dieser Jahreszeit besonders trocken und äußerst brandgefährdet sei. Offene Feuer oder Glasscherben erhöhten das Risiko erheblich.

Der Forstbetrieb München will noch in dieser Woche die Holzbauten und Abfälle im Streicherhölzl beseitigen und auch auf diese Weise ein Zeichen setzen, damit illegale Treffs im Wald nicht Schule machen. Wallner hegt die Befürchtung, dass derartige "Waldlager" noch an anderen Stellen entstanden sein könnten. Wegen der Brisanz der Dreifach-Problematik Corona plus Müll plus Brandgefahr bittet der Forstbetrieb (Telefon 089/75 68 80) etwaige Zeugen um Hinweise.

© SZ vom 23.04.2020

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