Laim Sieben Flüchtlinge verstecken sich auf Güterzug

Am Güterbahnhof München-Laim greift die Polizei eine Gruppe Nigerianer auf, die auf einem Zug über den Brenner gefahren sind. Unter ihnen sind auch drei Kinder.

Erneut hat die Bundespolizei in München sieben Güterzug-Flüchtlinge aufgegriffen - am Güterbahnhof in München-Laim. Unter ihnen waren nach Angaben der Polizei auch drei Kinder. Die Zahl der Menschen, die nach einer derartigen, oft lebensgefährlichen Einreise in München gefunden wurden, hat sich damit in diesem Jahr auf 45 erhöht. Das ist etwas mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Erst am Samstagmorgen hatte die Bundespolizei am Rangierbahnhof München-Nord fünf Menschen aus Afrika aufgegriffen.

Gegen 16.20 Uhr informierte die Notfallleitstelle der Bahn am Montag die Bundespolizei, die für die Sicherheit in Bahnhöfen und auf Gleisanlagen zuständig ist. "Mehrere betriebsfremde Personen", so der Alarm, seien auf dem Güterbahnhof Laim gesichtet worden. Streifenpolizisten fanden sieben Personen. Auffallend ist laut Bundespolizei-Sprecher Wolfgang Hauner, dass anders als in früheren Jahren, als die Migranten meist am Güterbahnhof Ost oder am Rangierbahnhof Nord vom Zug sprangen und dann zwischen den Gleisen umherirrten, in diesem Jahr schon 29 Einwanderer in Laim aus ihren Verstecken kletterten. Möglicherweise hat das damit zu tun, dass sie glauben, in der Innenstadt leichter untertauchen zu können.

Tatsächlich gab es in diesem Jahr bereits zwei bis drei Meldungen von Güterzug-Migranten, die die Bundespolizisten dann nicht mehr finden konnten. Die tatsächliche Zahl der auf diesem Weg eingereisten Menschen dürfte daher höher sein als die bisher bekannten 45. Im vergangenen Jahr hatte die Münchner Bundespolizei insgesamt 122 Migranten aufgegriffen, 2017 waren es 565.

Nach ersten Ermittlungen der Bundespolizei kamen alle sieben am Montag entdeckten Migranten von Verona über den Brenner und Österreich nach München. Bei den Erwachsenen handelte es sich um zwei 30 und 37 Jahre alte Männer und zwei 31 und 33 Jahre alte Frauen aus Nigeria. Die ältere der beiden Frauen hatte drei Kinder im Alter von fünf, sieben und neun Jahren bei sich. Alle waren körperlich stabil, so dass sie - trotz der widrigen Reiseumstände und Temperaturen von knapp über null Grad bei der Fahrt über den Brenner - keine ärztliche Hilfe benötigten.