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Fasangarten:"Schlichtweg untragbar"

Sanierung Tegernseer Landstraße: Umleitung führt durch Wohngebiet

Das Staatliche Bauamt Freising führt Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk der Tegernseer Landstraße über die Autobahn A 995 durch. Seit Dienstag bis Ende Juli ist deshalb die Tegernseer Landstraße über die Autobahn A 995 für den Autoverkehr gesperrt. Eine Umleitung wird nach Angaben der Stadt eingerichtet. Bis Anfang Juli ist in der Münchner Straße im Stauraum vor der Kreuzung Fasangartenstraße eine Engstelle mit Ampelregelung eingerichtet.

Dazu hat sich nun die "Interessengemeinschaft Wohnanlagen am Perlacher Forst und Tegernseer Landstraße" (Iwap) kritisch zu Wort gemeldet. In einem Schreiben an das zuständige Staatliche Bauamt Freising erklärt der Iwap-Vorsitzende Alois Schwarzhuber, dass man "mit Entsetzen" die Umleitungsempfehlung der Kreisstraße M 2 in südlicher Richtung durch die Wohnanlage am Perlacher Forst zur Kenntnis genommen habe. Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit der Bauarbeiten sei dies für die Bewohner der ehemaligen Amisiedlung "schlichtweg untragbar". Schon jetzt seien die Anwohnerstraßen wegen der vielen Menschen, die coronabedingt im Home-Office arbeiten und deshalb ihre Autos vor der Haustür parken, die Busse der Linien 145, 147 und 220 sowie durch den Bring- und Holverkehr der Europäischen Schule und der anderen Schulen im Perlacher Forst stark belastet.

Der Vorschlag des Staatlichen Bauamts, während der Sperrung der Tegernseer Landstraße über die A 995 den Verkehr mitten durch ein Wohngebiet umzuleiten, lässt sich laut Iwap nicht nachvollziehen: "Ihr Vorschlag macht auf uns den Eindruck eines Planspiels auf Papier, ohne Prüfung von Alternativen und ohne genaue Ortskenntnis der Situation in der Wohnanlage am Perlacher Forst", fährt Schwarzhuber in seinem Schreiben an die Behörde fort. Er fordert sie nachdrücklich auf, sich eine andere Lösung einfallen zu lassen - und schlägt gleich selbst im Namen der Iwap eine vor: Deren Alternativroute sähe so aus, dass man den Verkehr von der Anschlussstelle Fasangarten an zwangsweise auf die A 995 lenkt bis zur Anschlussstelle Unterhaching Nord. Damit wäre die Wohnanlage und auch die Gemeinde Unterhaching entlastet und niemand belastet, da kein Wohngebiet tangiert wäre, wirbt die Iwap für ihren Vorschlag. Eine Antwort des Staatlichen Bauamts Freising steht noch aus.

© SZ vom 24.06.2020 / gru
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