Herbstfest Erding:Kostenlos und sicher

Lesezeit: 2 min

Herbstfest Erding: Ausgelassen werden die Besucher auch heuer wieder auf dem Erdinger Herbstfest feiern. Viele nutzen die extra eingerichteten Festbusverbindungen.

Ausgelassen werden die Besucher auch heuer wieder auf dem Erdinger Herbstfest feiern. Viele nutzen die extra eingerichteten Festbusverbindungen.

(Foto: Renate Schmidt)

Für Besucher bieten etliche Gemeinden wieder Busse an. Auf vielen Routen müssen die Fahrgäste gar nichts zahlen, auf anderen werden geringe Gebühren verlangt

Von Christoph Seeger, Erding

Lange Staus bis hinauf auf die B 388 sind Ende Juli beim Kulturfestival Sinnflut nicht ungewöhnlich gewesen. Viele Menschen aus dem Landkreis wollten kommen, und sie mussten dazu mit dem Auto fahren. Beim 79. Erdinger Herbstfest ist das anders: Viele Gemeinden im Landkreis stellen ihren Bürgern Busverbindungen zur Verfügung. Wer mitfährt, muss sich nicht nur nicht in den Stau stellen, um sein Auto zu parken. Er kommt auch sicher nach Hause, auch wenn er etwas getrunken hat. Und in vielen Gemeinden sind die Busfahrten sogar kostenlos - alles für die Sicherheit.

Ein gut abgedecktes Busnetz für die Volksfestbesucher: Was für die meisten Erdinger so selbstverständlich klingt wie kühles Bier am Herbstfest, ist in der Praxis wesentlich komplexer. Täglich verkehren mehrere Buslinien zwischen den umliegenden Gemeinden und dem Erdinger Volksfest. Die Firma Scharf ist seit mehr als 25 Jahren Teil der Erfolgsgeschichte Volksfestbus, so auch in diesem. Andreas Scharf von Scharf OHG Omnibus & Reisebüro zufolge werden in der Spitze 14 Busse des Unternehmens im Einsatz sein.

Ein Thema, das die Firma Scharf beschäftigt, sind Zwischenfälle mit teils schwer alkoholisierten Fahrgästen. Die These der zunehmenden gesellschaftlichen Verrohung kann Scharf allerdings nicht bestätigen. "Die wenigsten werden aggressiv", meint er. Lediglich mit einigen wenigen komme es zu problematischen oder unschönen Zwischenfällen. Und auch hier sei es meist keine Gewalt, sondern eher Übelkeit. Scharf appelliert daher gerade an die jüngeren Gäste: "Jeder solle nur so viel trinken, wie er auch verträgt." Scharf betont aber auch: "Sie sollen ja feiern. Dafür sind wir ja da". Das bestätigt auch Sebastian Lömmer, der bereits seit sechs Jahren einen der Volksfestbusse in der Gemeinde Frauenberg fährt. Ihm zufolge sind die Gäste meist friedlich und auch freundlich. Es gebe immer wieder den einen oder anderen, der etwas zuviel erwischt hätte. Doch diese Kandidaten seien dann meist einfach ruhig und "starren vor sich hin". Größe Probleme mit Fahrgästen habe er bisher glücklicherweise noch nicht erlebt, sagt Lömmer. Für ihn ist es immer wieder ein Highlight, den Volksfestbus zu fahren. Ihn freut es besonders, dass ihn seine Gäste mittlerweile wiedererkennen und ihm sogar in sozialen Netzwerken Freundesanfragen schicken. "Es freut mich immer wieder. Ich melde mich beim Chef schon immer vorab freiwillig", sagt der Busfahrer begeistert.

Hinter dem gesamten Vorhaben Volksfestbus steht aber neben Planung und Arbeit ein weiterer großer Faktor: die Finanzierung. Sie wird maßgeblich von den einzelnen Gemeinden und der Stadt Erding getragen. So ist es möglich, für nahegelegene Gemeinden kostenlose Bustransfers anzubieten, so etwa für die Bürger aus Oberding und Eitting. Etwas entfernter gelegene Gemeinden verlangen dagegen kleine Beträge zwischen einem und drei Euro. Lediglich für die Haltestellen von Hallbergmoos bis Goldach im Landkreis Freising werden fünf Euro fällig. Viele Linien bieten zudem vergünstigte Preise für Kinder und Jugendliche.

Andreas Scharf zufolge sind die Preise für Bürger wie aber auch für die Gemeinden in der Regel sehr preiswert. Man versuche immer, Fahrten zu kombinieren, um so Kosten zu sparen. Zwar wolle das Unternehmen grundsätzlich allen seinen Kunden die gleichen Tarife bieten. Weil es sich bei den Verbindungen aber zum Teil sogar um einfache Fahrten handele, wären die Preise oftmals sehr günstig.

Die Fahrpläne sind in den Amtsblättern der Gemeinden abgedruckt.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema