Entwicklung:So könnte das Stadt-Taxi der Zukunft aussehen

Entwicklung: So stellt sich der Designer den kleinen Taxi-Stromer vor. Skizze: Peter Naumann

So stellt sich der Designer den kleinen Taxi-Stromer vor. Skizze: Peter Naumann

  • Zwei Entwickler von der Hochschule München arbeiten an neuartigen Taxis mit Elektroantrieb.
  • Sie sollen klein und leicht sein und auf nur zwei Fahrgäste ausgelegt.
  • Bislang ist die Entwicklung noch streng geheim, im Juni soll das Modell vorgestellt werden.

Von Marco Völklein

In einer unscheinbaren, etwas versteckt gelegenen Werkshalle des Entwicklungsdienstleisters Volke im Münchner Norden steht das Taxi der Zukunft - zumindest wenn es nach dessen Erfindern geht, dem Projektleiter Paul Leibold und dem Fahrzeugdesigner Peter Naumann von der Hochschule München. Die beiden entwickeln seit mehr als zwei Jahren ein neuartiges Taxi mit Elektroantrieb.

Das Besondere daran: Die Visionäre glauben, dass ein Taxi nicht die klassische, bis zu zwei Tonnen schwere Limousine sein muss. Vielmehr reiche es, ein 550 Kilo leichtes, höchstens 85 Stundenkilometer schnelles und nicht mal zwei Meter langes Gefährt auf die Räder zu stellen. Das einem Fahrer, zwei Fahrgästen und etwas Gepäck Platz bietet. "Das reicht für die Stadt", finden Leibold und Naumann.

Fotos dürfen noch nicht gezeigt werden

Zusammen mit mehreren Partnerfirmen und anderen Forschern - unter anderem machen Siemens, Wissenschaftler der Universität Aachen sowie der Fraunhofer-Gesellschaft und der Kleinserienhersteller Roding mit - tüfteln Leibold und Naumann derzeit an Technik und Design.

In den Volke-Hallen an der Schleißheimer Straße steht bereits ein erstes Design-Modell. Doch ähnlich wie bei der BMW-Konkurrenz nebenan machen auch Leibold und Naumann ein Geheimnis um ihr neues Fahrzeug. Fotos dürfen noch nicht gezeigt werden, lediglich eine Skizze rücken Leibold und Naumann raus. Das Design des Autos erinnert ein bisschen an den Smart, allerdings sollen große Türen aus Plexiglas den Fahrgästen einen bequemen Einstieg ermöglichen und ihnen ein "ganz neues Raumgefühl" vermitteln, wie Designer Naumann sagt.

Anfang Juni will das Konsortium das Auto der Öffentlichkeit präsentieren, im Laufe des Jahres sollen dann in einer kleinen Manufaktur in Aachen die ersten acht Fahrzeuge produziert werden. Mit denen wollen die Entwickler und ihre Partnerfirmen dann einen ersten Feldversuch in einer deutschen Großstadt unternehmen. Kommt das Auto an? Akzeptieren es die Kunden? Läuft die Technik? Und funktioniert das Geschäftsmodell, das sich Leibold und Naumann ausgedacht haben? Denn letztlich sollen die Mini-Stromer nicht nur Fahrgäste transportieren, sondern auch als Lieferfahrzeuge etwa für Apotheken, Pizzaboten oder Pflegedienste zum Einsatz kommen.

Wenn möglich, sollen sich die Nutzer die Autos untereinander teilen. Ausgesucht für den Probelauf haben sich die Entwickler München: Von 2017 an soll eine Tochterfirma der Umweltorganisation Green City die acht Fahrzeuge hier betreiben.

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