Elefantenkalb Lola stirbt vor Operation Tod des kleinen Elefanten

Schon vor der geplanten Herzoperation starb das Elefantenkalb Lola an einer Lungenembolie - ein riesiger Blutpfropfen hatte sein Herz geschwächt. Lola ist bereits das zweite Kind von Elefantenkuh Panang, das im Tierpark Hellabrunn verstarb.

Von Katja Riedel

Trotz höchsten medizinischen Aufwands ist das drei Monate alte Hellabrunner Elefantenkalb Lola am Samstagvormittag im Klinikum Großhadern gestorben. Ein Team aus Human- und Tiermedizinern wollte das Tier am Samstag im Klinikum am Herzen operieren. Doch der kleine Elefant, der zuletzt immer schwächer geworden war, starb während einer Computertomographie (CT) an einer Lungenembolie.

Foto aus glücklichen Tagen: Elefantenbaby Lola mit ihrer Mutter Panang im Elefanten-Außengehege des Tierparks Hellabrunn in München.

(Foto: dpa)

Die Untersuchung sollte eigentlich das hohe Risiko des Eingriffs senken. Da eine CT in Hellabrunn nicht möglich gewesen wäre, hatte der Tierpark am Freitagabend entschieden, den dort vorbereiteten OP nicht zu nutzen, sondern die weltweit erste Elefanten-Operation am offenen Herzen nach Großhadern zu verlegen.

Infusionsnadeln steckten in beiden Ohren, als der kleine indische Elefant unter Narkose in den Tomographen geschoben wurde. Zuvor hatten ihn die Tierärzte um Zoodirektor Andreas Knieriem sediert, von der Mutter getrennt und in einer Transportkiste nach Großhadern gebracht. Im dortigen Tierversuchsbereich sollte Lola von einem Team um den Großhaderner Herzspezialisten Christoph Schmitz operiert und noch am Abend zur Mutter zurückgebracht werden.

Doch dazu kam es nicht mehr. Noch bevor die Ärzte mit der eigentlichen Untersuchung anfangen und ein Kontrastmittel spritzen konnten, setzte die Atmung aus. Eine Stunde lang versuchten die Ärzte, das Tier zu reanimieren. Als dies aussichtslos war, nutzten die Ärzte die Chance, die Todesursache im CT zu klären. Heraus kam, dass Lola auch der beste Herzchirurg nicht hätte helfen können.

"Sie hat uns die Entscheidung abgenommen, wir hätten sie einschläfern lassen müssen", sagte Tierparkchef Andreas Knieriem am Sonntag. "Es ist ein keines Wunder, dass sie so lange überlebt hat. Es zeigt, dass Elefanten richtige Kämpfer sind." Ein riesiger Blutpfropfen hatte sich im rechten Vorhof des Herzens gebildet, auch die Lunge war voller Thromben, bestätigte auch die Autopsie in der tiermedizinischen Pathologie am Sonntagmorgen. Falsche Gefäßbildungen, die die Ärzte zuvor als Ursache angenommen hatten und die sie operieren wollten, waren nicht zu finden. Das Herz war durch das Gerinnsel stark vergrößert.

Der wahrscheinlichste Grund, dass sich Thromben bilden, ist eine Blutgerinnungsstörung. Nur ein Gerinnungshemmer hätte das Tier wohl retten können - allerdings hätte der schon vor Monaten gegeben werden müssen, und da war Lolas Krankheit noch nicht zu erkennen. Seit Dezember war der junge Elefant kränklich, die Tierärzte gingen zunächst von einer Erkältung aus. Als sich ihr Zustand rapide verschlechterte, setzte der Zoo alles in Bewegung, um den kleinen Elefanten zu retten.

Erste zaghafte Schritte

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