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Einkommen:Mehr München-Bonus

Städtische Wohnungs­unternehmen zahlen höhere Zulage

Von Sebastian Krass

Mehr Geld für die Beschäftigten der städtischen Wohnungsunternehmen: Viele der gut 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von GWG und Gewofag profitieren nun indirekt auch von der erhöhten Münchenzulage, die die Stadt ihren Beschäftigten zahlt. Der Planungsausschuss des Stadtrats hat am Mittwoch beschlossen, dass Tarifbeschäftigte der GWG mit unterem und mittlerem Einkommen vom 1. April an einen Gehaltsaufschlag von 270 Euro bekommen, um die hohen Lebenshaltungskosten in München zumindest teilweise aufzufangen. Bisher hatten sie eine so genannte "Ballungsraumzulage" von 130 Euro bekommen - wenn sie bis 3790 Euro brutto verdienen und im Großraum München wohnen. Insgesamt hat die GWG 500 Beschäftigte, dazu zählen auch 45 Personen, die bei der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS) arbeiten.

Direkt bei der Stadt Beschäftigte erhalten die auf 270 Euro verdoppelte Zulage bereits seit vergangenem Jahr. Im Dezember beschloss der Stadtrat, dass die Regelung auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tochtergesellschaften ausgeweitet werden soll. Die Stadt ist bei GWG und Gewofag alleinige Gesellschafterin.

Bei der Gewofag war die Lage komplizierter. Anders als bei der GWG, für die der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gilt, bezahlt die Gewofag nach dem Tarifvertrag der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, der deutlich höhere Sonderzahlungen vorsieht. Deshalb gab es bei der Gewofag, die 579 Beschäftigte hat, bisher eine Münchenzulage, die unter der für städtischen Angestellten lag. Von 2021 bekommen alle Tarifbeschäftigten im Unternehmen je nach Tarifgruppe eine Münchenzulage von 125 oder 135 Euro, plus einer Zulage von 29 Euro für jedes unterhaltsberechtigte Kind. In diesem Jahr liegen die Sätze etwas niedriger: bei 115 und 125 Euro. Zudem verdoppelt die Gewofag die Zulage für Auszubildende auf 92 Euro pro Monat.

Die Mehrkosten für die Gewofag lägen für 2020 bei 408 000 Euro, im Jahr 2021 seien es 482 000 Euro, erklärt eine Sprecherin. Die GWG macht keine Angaben dazu. Die erhöhte Münchenzulage hatte bei manchen städtischen Unternehmen Diskussionen ausgelöst. Die Chefs von München Klinik und Münchenstift erklärten, ihre Firmen könnten die Zusatzkosten nicht selbst tragen. Die Finanzierung dort ist noch offen.

© SZ vom 05.03.2020
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