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Edling:"Der Stoa ist einfach die coolste Location"

Julian Maron gehört seit 2013 zum Organisationsteam des Kuahgartn Open Air und spricht über die Feiern zum zehnten Geburtstag des Festivals.

Das Kuahgartn Open Air ist in den vergangenen zehn Jahren immer weiter gewachsen.

(Foto: René Langusch/oh)

Das Musikfestival am "Stoa" wird zehn Jahr alt. Zwei Tage lang feiern am kommenden Wochenende 15 Acts auf zwei Bühnen diesen ersten runden Geburtstag des Kuahgartn Open Air rund um den 200 Tonnen schweren Findling bei Edling. Hinter dem Livemusik-Spektakel stehen sieben Menschen aus der Region, die jedes Jahr aufs Neue die Organisation in die Hand nehmen. Alles aus Liebe zur Musik und Begeisterung für all die Bands. Julian Maron ist seit 2013 im Team. Zwischen Doktorarbeit, Kellnerschichten und den Vorbereitungen für das Kuahgartn hat der 31-jährige Wahl-Münchner der SZ verraten, wieso heuer für die Crew ein großer Traum endlich Realität wird.

SZ: Herr Maron, der Protagonist des Trailers für das diesjährige Kuahgartn ist Rosl, ein wunderhübsches braun-weiß-geflecktes Kalb. Wie viele Versuche waren denn nötig, bis Rosl so selbstverständlich den Schotterweg hinunter läuft?

Julian Maron: Na ja, also so ganz freiwillig hat sie es leider nicht gemacht (lacht). Wenn man genau hinschaut, geht sie am Anfang schneller, da haben wir sie ein bisschen in das Bild hineingeschoben. Als wir das vor drei Jahren gedreht haben, hatten wir aber eigentlich etwas völlig anderes geplant.

Was denn?

Wir haben ein Schild gebastelt, auf dem "Kuahgartn Open Air" stand mit einem Pfeil. Die Rosl sollte dann in Richtung des Pfeils laufen. Aber stattdessen ist sie komplett wild umher gerannt. Oder überhaupt nicht, stand im Gras rum und hat blöd g'schaut (lacht). Die Szene in dem Trailer war wirklich die einzige, die verwendbar war - und ist auch schon drei Jahre alt. Ich habe das Material dieses Jahr zufällig beim Durchstöbern wieder entdeckt.

Wieso eigentlich der Name "Kuahgartn"? Das Festival findet ja am Stoa statt, da gibt's weder Kühe noch einen Garten ...

Ursprünglich hätte das Festival ein bisschen weiter weg von der jetzigen Location stattfinden sollen, in Sankt Leonhard (bei Babensham, Anm. d. Red.) auf dem "Kuahbuckel". Ich bin gar nicht sicher, wieso das so heißt. Wahrscheinlich, weil es eben so ein kleiner Hügel ist, der ein bisschen so aussieht, wie der Buckel einer Kuh. Jedenfalls hat das aber doch nicht geklappt. Das Festival ist dann in den nahegelegenen "Hopfgarten" umgezogen. "Kuahbuckel" und "Hopfgarten" ist dann zu "Kuahgartn" fusioniert, ein reiner Fantasienamen also. Zum Stoa sind wir 2013 umgezogen.

Mehr als 1000 Gäste sollen es aber nicht werden, das Festival am Stoa soll so familiär bleiben, wie es die Besucher lieben.

(Foto: René Langusch/oh)

Heuer feiert das Festival - das "Baby", wie Sie und das Team es nennen - seinen zehnten Geburtstag. Der Baby-Vergleich ist treffend, denn wie ein kleines Kind ist auch das Kuahgartn im Laufe der Jahre gewachsen und gediehen. Oder?

Auf jeden Fall! Die ersten drei Jahre waren zwischen 200 und 600 Leute da, was auch am Wetter lag, weil wir einfach immer unfassbares Pech hatten. Seit vier Jahren sind wir immer ausverkauft. Der Stoa ist mit Abstand einfach die coolste Location, es ist ein Riesenglück, dass wir da sein dürfen! Mit unseren 1000 Besuchern haben wir dort die Kapazität erreicht, an dieser Location können wir nicht mehr wachsen.

Heißt das, in den kommenden Jahren steht dem Festival ein Umzug bevor?

Nein, nein! Wir möchten gar nicht größer werden, so bleibt das Familiäre erhalten. Für uns ist das auch so schon aufregend genug, wir machen die Organisation ja alle neben unseren "richtigen" Jobs. Einfach aus Liebe zur Musik ... und ein wenig auch aus "Groupiness" gegenüber all den Bands.

Zum "Grande Jubiläum" gibt's nicht nur den kompletten Samstag über Livemusik, sondern schon am Freitag treten einige Acts auf, zum Beispiel die Rapperin Fiva , die Frau hinter der Ode an das Singleleben "Die Stadt gehört wieder mir". Meinen Sie, es nervt einen Künstler, wenn die Leute ihn so sehr mit nur einem, wenn auch großartigen Song in Verbindung bringen?

Der Münchner Julian Maron gehört zum Organisationsteam des Kuahgartn Open Air. Eigentlich schreibt er gerade seine Doktorarbeit und kellnert nebenher. Doch der Erfolg des Festivals und die Liebe zur Musik lassen ihn nicht los.

(Foto: oh)

Für mich ist eigentlich "Goldfisch" das klassische Lied von ihr (lacht) ...

Stimmt! Aber mit "Die Stadt gehört wieder mir" ist Fiva 2012 beim Bundesvision Songcontest für Bayern angetreten - also ist das Lied bestimmt auch bei vielen bekannt, die keine Fiva-Fans sind.

Ach, ich kann das gar nicht sagen, ob sie das so nervig findet ... Fiva ist für mich vor allem eine Liveband, ich bin jedes Mal fast zu Tränen gerührt. Sie gibt mir als Besucher immer das Gefühl, als wäre das Konzert gerade die wichtigste und schönste Show in ihrem Leben.

Am Samstag kommt die Electropunkband Frittenbude . Wer das Kuahgartn-Team kennt, der weiß, dass Sie schon seit Jahren versuchen, sie als Headliner für das Festival zu gewinnen. Und nun hat es endlich geklappt! Ist das Rosl zu verdanken?

Nicht so ganz, es liegt schon auch am Budget. Zum Jubiläum haben wir etwas mehr in die Hand genommen. Frittenbude sind eigentlich zu bekannt für unser kleines Festival - also nicht nur eine Nummer größer, sondern eher drei Nummern. Aber ich könnte mir vorstellen, dass genau das für die Jungs den Reiz ausmacht: Mal wieder auf einer kleineren Bühne zu spielen. Und das Kuahgartn hat sich über die Jahre hinweg in der Szene einen gewissen Namen gemacht, die Bands und Booking-Agenturen kennen uns und das Festival. Damit ist es heute sicher leichter, auch größere Bands wie Frittenbude für uns zu gewinnen.

Tickets gibt's für Freitag, 23. August (22 Euro), für Samstag, 24. August (33 Euro), oder ein Kombi-Ticket für beide Tage (49 Euro) in Wasserburg in allen Filialen der Sparkasse, im Spexx und bei Optimal Records, auf Gut Staudham, oder online unter www.kuahgartnopenair.de. Campen ist im Preis für das Kombi-Ticket inklusive

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