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Moosach/Anzing:Ökologisch wertvolle Bohrung

Im Forst entsteht ein Biotop, wo früher nach Erdgas gesucht wurde

Bereits seit Ende August werden mehrere frühere Erdgasfelder in Anzing und Moosach verfüllt. Das hat die zuständige Firma Neptune Energy mitgeteilt. Im Augenblick wird die dritte von insgesamt fünf Erdgasbohrungen vorbereitet. Die ehemalige Bohrung Anzing 5 befindet sich, anders als die bisherigen Bohrungen, im Ebersberger Forst zwischen Purfing und Obelfing, zur Vorbereitung sei es nötig, vorübergehend die Fläche um die Bohrung erweitern, teil die Firma mit. Die dafür notwendigen Forstarbeiten haben am 1. Oktober begonnen und sind mit den Bayerischen Staatsforsten abgestimmt.

So sei die Entfernung von Sträuchern zu Erweiterung der Fläche nicht negativ für den Wald. "Das Gegenteil ist der Fall", erläutert Sebastian Klinghardt, stellvertretender Forstbetriebsleiter des Forstbetriebs Wasserburg. "Die notwendige Platzerweiterung für die Verfüllungsarbeiten der Firma Neptune Energy wird langfristig eine ökologische Aufwertung für den Ebersberger Forst bedeuten." Nach engen Abstimmungsgesprächen hätten sich die Firma und der Forstbetrieb Wasserburg auf eine Renaturierung der Fläche zu einem Waldbiotop geeinigt. Es wird ein Feuchtbiotop angelegt, das von Magerrasen umgeben sein wird. In dem großen zusammenhängenden Waldgebiet des Ebersberger Forstes sind solche Offenlandstrukturen selten. Auch der Randbereich des Biotops zum umgebenden Wald soll wieder mit Sträuchern bepflanzt werden. "Somit hat die kurzfristige Störung einen langfristigen ökologischen Nutzen durch Schaffung neuer Lebensräume für Amphibien und Offenlandarten", betont Wolfgang Richter, der örtlich zuständige Förster aus Ingelsberg. "Beim Rückbau und der Renaturierung der von uns beanspruchten Flächen legen wir großen Wert darauf, frühzeitig mit den jeweiligen Eigentümern oder Behörden über eine sinnvolle Nachnutzung zu sprechen. Gerade in der heutigen Zeit werden unsere zurückgebauten Flächen gerne für Umweltprojekte genutzt", erläutert Stefan Brieske, Unternehmenssprecher von Neptune Energy. Die Renaturierung soll Anfang 2021 beginnen.

© SZ vom 05.10.2020 / SZ
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