Corona im Landkreis:Der Piks beim Shopping

Die Lage

Noch ist die Corona-Situation im Landkreis weitgehend entspannt, dennoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz wieder ein gutes Stück gestiegen. Am Mittwoch lag sie bei 9,7 laut Daten des Gesundheitsamtes und bei neun laut Robert-Koch-Institut, am Dienstag hatte der Wert 6,3 betragen. Am Mittwoch wurden dem Gesundheitsamt fünf neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Aktuell ist bei 34 Personen eine Infektion nachgewiesen, 18 Menschen sind in Quarantäne. In der Kreisklinik werden derzeit zwei Menschen wegen einer Corona-Infektion behandelt. Einer davon auf der Intensivstation. SZ

Weil die Nachfrage sehr gering ist, plant nun auch der Landkreis Ebersberg mobile Impfaktionen und Abendöffnungen. So soll die schier stagnierende Quote wieder nach oben gehen.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

Es geht zäh voran, die Impfquote bewegt sich momentan im Landkreis Ebersberg nur im Nachkommabereich nach oben. 56,72 Prozent betrug sie am Mittwoch; vor einer Woche waren es 56,05 Prozent gewesen. Das liegt unter dem bayerischen und dem deutschen Durchschnitt von 58,9 und 61,1 Prozent. Deshalb suchen nun auch die Verantwortlichen im Landkreis nach neuen Ansätzen, um wieder mehr Menschen zum Impfen zu bewegen. Geplant ist beispielsweise, dass ein Impfmobil samstags vor Einkaufszentren parkt. Auch Late-Night-Impfungen bis 22 Uhr im Impfzentrum könnten künftig möglich sein. Mobile Teams zur Impfaufklärung sind schon seit einigen Tagen im Landkreis Ebersberg unterwegs.

Generell war eigentlich schon lange klar, dass es in der Impfkampagne einen Wendepunkt geben würde; dass dieser so früh gekommen ist, hat die Verantwortlichen im Landratsamt aber überrascht: Wochenlang war Impfstoffnachschub das Problem, dann kam endlich genügend - und innerhalb nur weniger Tage war es dann so, dass nicht mehr genügend Impfwillige kamen, wie Brigitte Keller, Leiterin des Corona-Krisenstabs, es schildert. Sie ist eigentlich eine starke Verfechterin des Impfens im Impfzentrum - weil dort Datenschutz- und Hygieneanforderungen am besten eingehalten werden könnten, wie sie sagt - dennoch will nun auch der Landkreis spontane Impfungen an belebten Orten anbieten. Sollte alles wie geplant klappen, soll damit schon am Wochenende begonnen werden. "Wir wollen herausfinden, was gut ist für die Leute", so Keller kürzlich bei einem Pressegespräch. Auf Aktionen wie etwa Verlosungen unter Impfwilligen wolle man aber verzichten, so Landrat Robert Niedergesäß (CSU), noch mehr Aufklärung und Informationen sei hingegen "wichtig und richtig".

Der Landrat und das Corona-Krisenteam im Landratsamt wollen deshalb nun auch Verbündete in den Gemeinden ins Boot holen: "Wir werden die Bürgermeister anschreiben, wir suchen Multiplikatoren in den Gemeinden, die für die Impfungen werben. Wir freuen uns über jede Unterstützung: Das Ziel ist klar - wir arbeiten an einer erhöhten Impfbereitschaft unserer Bürgerinnen und Bürger", so Brigitte Keller.

Der Landkreis wirbt auch dafür, ein besonders bequemes Angebot anzunehmen und einen Termin daheim mit einem mobilen Impfteam zu vereinbaren. Nicht nur ältere Menschen, die weniger mobil sind, können so zu ihrer Impfung kommen, das Angebot eigne sich etwa auch für Familien, die wegen kleiner Kinder schlecht Auswärtstermine wahrnehmen könnten, erläutert Landratsamtssprecherin Evelyn Schwaiger. Im Impfzentrum selbst ist schon seit einiger Zeit keine Terminvereinbarung mehr erforderlich, dennoch gibt es immer freie Kapazitäten - und freie Impfstoffwahl: "Wir haben alles im Kühlschrank", sagt Brigitte Keller, Biontech, Moderna, Johnson & Johnson und auch noch einige Dosen von Astra Zeneca."

Der große Posten mit dem Vakzin von Astra Zeneca, der Anfang Juli noch im Impfzentrum lagerte und ein Verfallsdatum zum Monatsende hatte, ist allerdings vor einiger Zeit abgeholt worden. Er sei, so Keller, wie ebenfalls nicht benötigte Kontingente aus anderen Impfzentren, zentral vom Bund an Drittländer verteilt worden.

© SZ vom 29.07.2021
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