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Kreistag Ebersberg:Landratsamt wächst weiter

In der Kreisbehörde werden 2021 insgesamt zwölf neue Stellen geschaffen, drei fallen dagegen weg

Von Andreas Junkmann, Ebersberg

Mit der stetig wachenden Bevölkerung im Landkreis Ebersberg steigen auch die Aufgaben, die das Landratsamt zu bewältigen hat - und in letzter Konsequenz auch der Personalbedarf. Letzterem hat der Kreis- und Strategieausschuss in seiner jüngsten Sitzung nun Rechnung getragen und den Stellenplan für das Jahr 2021 verabschiedet. Während im Asylbereich der Bedarf an Mitarbeitern weiter sinkt, werden vor allem aufgrund der Corona-Krise zusätzliche Arbeitskräfte benötigt.

Insgesamt sind am Ebersberger Landratsamt im kommenden Jahr zwölf Stellen neu zu besetzen, wie Margrita Schwanke-Berner, die für den Personalservice zuständige Sachgebietsleiterin, den Kreisräten erklärte. Die meisten entfallen auf den Gesundheitsbereich. So wird zur Bekämpfung der Corona-Pandemie etwa eine Fachbereichsleitung gesucht. Die Kapazitäten der bereits vorhandenen Mitarbeiter würden angesichts der steigenden Fallzahlen und der sich stetig verändernden Vorgaben "bei weitem nicht ausreichen", wie es vonseiten der Personalverwaltung heißt. Und auch Schwanke-Berner sagte, die Stelle müsse so schnell wie möglich ausgeschrieben werden. Außerdem soll eine zusätzliche Verwaltungsfachkraft zur Bewältigung der Corona-Aufgaben eingestellt werden.

Zwei weitere Stellen in der Pandemie-Bekämpfung sind bereits im vergangenen Jahr durch Reservebesetzungen auf den Weg gebracht worden und wurden nun fest in den Personalplan integriert: beide Mitarbeiter werden sich um den Rechtsvollzug im Gesundheitswesen kümmern. Auch in diesem Bereich sei die Arbeitsbelastung enorm gestiegen, denn die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bedinge "umfangreiche rechtliche Einschätzungen, Kontrollen und die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen", so die Kreis-Verwaltung.

Die Corona-Aufgaben sind mit dem vorhandenen Personal nicht zu bewältigen, so die Behörde

Neben dem Corona-bedingten Stellenzuwachs, werden im Gesundheitsbereich noch zwei weitere Fachkräfte für die Betreuung der Pflegestützpunkte im Landkreis eingestellt. Bereits in diesem Jahr wurde dafür eine Stelle geschaffen, eine weitere Personalaufstockung sei allerdings dringend erforderlich, da die Caritas ihre Beratungsleistung bereits zum Mai eingestellt hat, heißt es aus dem Landratsamt. "Eine dezentrale Pflegeberatung für den gesamten Landkreis ist mit der bestehenden Vollzeitstelle nicht leistbar", so die Behörde weiter.

Diese erhöht ihre Personaldecke aber nicht nur im Gesundheitsbereich, sondern auch in anderen Sachgebieten. So wird etwa zur Begleitung von Sitzungen ein zusätzlicher Protokolldienst benötigt. Auch für den Support der Home-Office-Arbeitsplätze wird ein Mitarbeiter gesucht, ebenso zur Betreuung der technischen Betriebsanlagen am Landratsamt. Die weiteren zu besetzenden Stellen sind die einer Ausbildungsleitung, einer Personalsachbearbeitung und eines Gebäudemanagers.

Während in all diesen Bereichen zusätzliches Personal nötig ist, werden Kräfte im Asylbereich in den vergangenen Jahren sukzessive abgezogen. Auch 2021 werden bei der Betreuung minderjähriger Flüchtlinge drei Stellen gestrichen, die wegen sinkender Fallzahlen nicht mehr gebraucht werden. Insgesamt sind damit noch 29 Mitarbeiter zur Betreuung von Flüchtlingen angestellt.

Unterm Strich wird das Ebersberger Landratsamt in 2021 aber um neun Stellen wachsen - ein Trend, der sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet hat. Im Zeitraum von 2013 bis 2020 sind insgesamt 106 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von etwa 4,5 Prozent entspricht.

Die vielen Fachkräfte müssen allerdings auch bezahlt werden, was sich immer mehr im Kreis-Haushalt niederschlägt. Landrat Robert Niedergesäß (CSU) sagte deshalb, es werde sehr genau geprüft, in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht. "Die Stellen, die wir hier vorschlagen, halten wir für dringend geboten und notwendig", so Niedergesäß im Kreisausschuss. Vor allem zur Bewältigung der Corona-Krise sei gutes und ausreichendes Personal elementar wichtig. "Das geht nur mit einem starken und motivierten Team", so der Landrat.

© SZ vom 16.11.2020
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