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Kommunalwahl im Landkreis Ebersberg:Kandidaten und Klimaschutz

Online-Check soll Wähler bei Entscheidung unterstützen

"Das Thema Energiewende muss gerade im Zusammenhang mit der Kommunalwahl stärker in den Vordergrund gestellt werden", so Hans Vollhardt, ehemaliger Landrat und Mitglied des Aktionskreises Pro Windenergie. Deshalb wurde von dem Arbeitskreis ein Online-Kandidatencheck ins Internet gestellt. Allen 61 Landrats- und Bürgermeisterkandidierenden wurde eine E-Mail mit den entsprechenden Zugangsdaten geschickt. Diese hatten bis zum 12. Februar die Möglichkeit, die vier gestellten Fragen online zu beantworten, ohne die Antworten der anderen zu sehen. 51 der 61 Angeschriebenen haben geantwortet. Die Ergebnisse wurden von den Initiatoren jetzt veröffentlicht.

Olaf Rautenberg, Kreisvorsitzender des Bundes Naturschutz und AK-Mitglied, weist in einer Pressemitteilung des Arbeitskreises darauf hin, dass - um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen - nur noch zehn Jahre für die komplette Energiewende blieben. "Das sind nicht einmal zwei Legislaturperioden." Den Worten müssten daher nun endlich Taten folgen, so der Arbeitskreis.

Was bedeutet der Klimawandel für Sie? Bei dieser Frage waren sich die Kandidierenden so gut wie alle einig. Der Klimawandel stelle eine Bedrohung dar und müsse gestoppt werden. Bei der Frage nach den geplanten Umsetzungsmaßnahmen gingen die Meinungen dann allerdings schon auseinander. Zum Ausbau der erneuerbaren Energien wolle sich der eine oder die andere nicht genau festlegen, heißt es in der Pressemitteilung. Alle kommunalen Entscheidungen bezüglich der Auswirkungen auf das Klima zu bewerten, befürworteten im Prinzip hingegen alle.

"Werden Sie sich in Ihrer Kommune dafür einsetzen, dass sowohl Windkraftanlagen als auch Freiflächen-Photovoltaikanlagen gebaut werden?" Bei dieser Frage fallen die Antworten sehr unterschiedlich aus. Es gebe ausgesprochene Befürworter, denen klar sei, dass es ohne diese beiden Erneuerbaren-Energien-Technologien nicht gehe. Es gebe aber auch einige, die der Meinung sind, dass erst andere Maßnahmen - etwa Energiesparen, PV-Dachanlagen oder Aufforstungen - vorher durchgeführt werden sollten. "Hier wird jedoch klar, dass vereinzelt noch Unsicherheiten über die realistischen Potenziale dieser Maßnahmen bestehen", kommentiert AK-Mitglied Sepp Mittermeier vom Arbeitskreis Energiewende Vaterstetten.

"Wir wollen mit dem Kandidaten-Check keine Wahlempfehlung geben. Die Bürgerinnen und Bürger sollen selber entscheiden", unterstreichen die Initiatoren. Ziel der Initiative sei es, faktenbasiertes Wissen und die Einstellungen der zur Wahl stehenden Persönlichkeiten zur Energiewende öffentlich machen. Der Kandidaten-Check ist unter www.kandidatencheck-ebe.de zu finden.

© SZ vom 26.02.2020 / SZ
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