bedeckt München 21°

Katholische Kirche:Militärpfarrer soll Zorneding befrieden

Sauerlach, PrÃÄlat Walter Wakenhut,

Der Prälat Walter Wakenhut

(Foto: Angelika Bardehle)

Das Erzbistum München schickt den ehemaligen Militärgeneralvikar Walter Wakenhut in die Pfarrei - um bis zum Herbst einen dauerhaften Nachfolger zu finden.

Der Nachfolger für Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende, der nach rassistischen Beschimpfungen und Morddrohungen Zorneding verlassen hatte, steht fest: Künftig wird Walter Wakenhut die Pfarrei leiten, wie das Erzbistum München am Mittwoch mitteilte.

Wakenhut ist 73 Jahre alt und wird aus dem Ruhestand zurückgeholt. Zuvor war er Generalvikar des Katholischen Militärbischofs in Berlin. Er wird sich zunächst bis Herbst 2016 um die Pfarrei kümmern, bis dahin soll eine dauerhafte Nachfolge geregelt sein.

Ndjimbi-Tshiende war nach Unstimmigkeiten in der Pfarrei und nach mehreren gegen ihn gerichteten, rassistisch motivierten Morddrohungen Anfang März als Pfarrer zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung gegen unbekannt.

Zu einer Solidaritätskundgebung für den Priester kamen mehrere Tausend Menschen in den knapp 9000 Einwohner zählenden Ort. Eine Online-Petition "Unser Pfarrer soll in Zorneding bleiben" unterschrieben fast 75 000 Menschen.

Rassismus Um Gottes willen
Spurensuche in Zorneding

Um Gottes willen

Was ist da bloß passiert? Die Menschen in Zorneding sind fassungslos, weil sie plötzlich mit Clausnitz verglichen werden. Und die Kirche schweigt lange, um den Konflikt mit der CSU nicht zu befeuern.   Von Carolin Fries, Andreas Glas und Christian Krügel