Grafinger Innenstadt:Drei Bypässe für den Marktplatz

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Grafinger Innenstadt: Der Grafinger Marktplatz soll wieder ein Ort werden, an dem man sich gern aufhält.

Der Grafinger Marktplatz soll wieder ein Ort werden, an dem man sich gern aufhält.

(Foto: Christian Endt)

Der Grafinger Stadtrat beschließt damit die Grundvoraussetzung für die Verkehrsberuhigung der Innenstadt. Nahezu sicher ist allerdings, dass die drei Straßenausbaumaßnahmen nicht so schnell kommen, wie manch einer sich das erhofft.

Von Thorsten Rienth, Grafing

"Das ist jetzt der Punkt, an dem wir mit den ersten Ingenieursplanungen für die Bypässe loslegen können", befand Christian Bauer (CSU). In der Stadtratssitzung am Dienstag konnte der Bürgermeister dem wenig später einstimmig folgenden Beschluss durchaus vorgreifen. Aus dem Gremium, in dem es seit Jahrzehnten eigentlich nur noch ums Wie der Marktplatzberuhigung geht, wusste Bauer keine Einwände zu befürchten.

Nicht zuletzt deshalb, weil Bauamtsleiter Josef Niedermaier einmal mehr versicherte: Der vorliegende Plan sei so ziemlich die einzige Möglichkeit, um "die gute Stube Grafings" endlich so zu gestalten, wie die Stadt es wolle, "sie verkehrsberuhigen und endlich befahrbar und benutzbar auch für Fahrradfahrer und Fußgänger zu machen".

Der Plan, auf den Niedermaier sodann verwies, stammt von den Verkehrsplanern aus der Münchner Obermeyer-Gruppe. Er sieht eben diese drei Bypässe für den Marktplatz vor. Zunächst in Form des Ausbaus der Gartenstraße mit einem Durchstich zur Bahnhofstraße. Dann die Verlängerung des Oberangers in Richtung Norden mit einer Einmündung in die Ebersberger Straße. Diese Straße führt in Richtung Westen nach Grafing-Bahnhof. Und schließlich die Aiblinger Spange, die von der Staatsstraße 2089 in etwa auf Höhe des Sanftrings abzweigen eine direkte Verbindung zur Glonner Straße herstellen soll.

Noch ist die Planung mit einigen Unsicherheiten behaftet

Bislang sind noch fast alle Straßen am Grafinger Marktplatz als Staats- oder Kreisstraßen deklariert. Mit den Bypässen kann Grafing konkret in die Verhandlungen mit dem Freistaat und Landkreis einsteigen, um diese verbleibenden Straßen zu Ortsstraßen herabzustufen. "Wenn der überörtliche Verkehr über die Bypässe fährt und nachweislich nicht mehr am Marktplatz vorbeikommt, ist die Voraussetzung dafür gegeben", erklärte Niedermaier. Wichtig für den Hintergrund: Grafing habe ein Recht darauf, dass die Straßen dann auch tatsächlich herabgestuft würden. "Da gibt es dann keinen Ermessensspielraum von oben mehr."

Dennoch dürfte das Projekt den Stadtrat noch eine ganze Weile beschäftigen. Ob er denn eine grobe Prognose hinsichtlich der Umsetzungsdauer abgeben könne, wollte CSU-Stadträtin Elli Huber von Niedermaier wissen. Der machte erst große Augen - und schüttelte dann den Kopf. "Das ist einfach von zu vielen Faktoren abhängig." In Gartenstraße und Oberanger befänden sich die nötigen Grundstücke bereits im Eigentum der Stadt. "Bei der Aiblinger Straße schaut es anders aus, da steht uns noch einiges an Arbeit bevor."

Allerdings bleibt auch am Oberanger eine Unsicherheit in der Zeitachse: Offenbar will die Bahn den Übergang der Jahnstraße modernisieren und dabei womöglich etwas verschieben. Davon betroffen wäre auch die Oberanger-Verlängerung. Erst wenn die Planungen der Bahn finalisiert sind, kann Grafing also in die Detailplanungen dieses zweiten Bypasses einsteigen. "Beharrlichkeit, unendliche Geduld und Leidensfähigkeit" - das sei bei jedweder Verkehrsplanung einfach nötig, witzelte Niedermaier.

Er verwies in der Sitzung auf einen weiteren zentralen Punkt: Eine spürbare Verkehrsentlastung für den Marktplatz entstehe bereits mit der Inbetriebnahme des ersten Bypasses. Nach jetzigem Stand also mit der ausgebauten Gartenstraße. Bis zum Jahr 2035 prognostiziert das Verkehrsgutachten am Marktplatz eine Zunahme des Kfz-Verkehrs um 20 Prozent. Allein, weil der Verkehr auf der Straße ganz generell ansteigt. Ein erster geöffneter Bypass könne hiervon einiges wieder egalisieren.

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