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Grafing:EHC Klostersee vor dem Konkurs

Weil Sponsoren kündigen, gerät der Verein in finanzielle Schieflage

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Die wiederholten Ausschreitungen bei Heimspielen des EHC-Klostersee könnten das Aus für die Profimannschaft des Grafinger Eishockeyclubs bedeuten. Wie EHC-Vorstand Alexander Stolberg nun dem Fachmagazin "Eishockey News" erklärte, stehe der Verein vor gewaltigen finanziellen Problemen. Ursache seien die gestiegenen Ausgaben für den Sicherheitsdienst und das Ausbleiben vieler Zuschauer, beides aufgrund der Randale. Laut Stolberg beliefen sich sowohl die Mehrausgaben als auch die Mindereinnahmen jeweils auf einen Betrag von etwa 20 000 Euro.

Neben diesen 40 000 Euro Verlust droht nun weiteres Ungemach. Wie Stolberg in "Eishockey News" erklärte und auf Nachfrage der SZ bestätigte, haben einige Sponsoren angekündigt, den EHC künftig nicht mehr unterstützen zu wollen. Grund auch hierfür: "unser Hooligan-Problem", beziehungsweise die "teilweise sehr überzogene Berichterstattung" darüber.

Das von Stolberg angesprochene Problem begleitet den EHC nun bereits seit einigen Jahren. Bei Heimspielen passieren immer wieder teils heftige Ausschreitungen von Fans. Dabei wird gepöbelt, es kam auch zu Schlägereien sowie zu Steinwürfen auf den Bus der Gästemannschaft. Sogar der Deutsche Eishockeybund (DEB) reagierte besorgt auf die Zustände in Grafing. Diese, so hieß es erst Anfang des Jahres seitens des DEB, seien in Grafing "so schlimm wie nirgendwo sonst". Beim EHC macht man eine kleine Gruppe auswärtiger Schläger für die Randale verantwortlich und versucht seit kurzem mit einem neuen Sicherheitskonzept und mehr Security der Lage Herr zu werden.

Wie es beim EHC nun weitergehen wird, steht laut Stolberg erst Anfang Juni fest. Dann werde sich zeigen, ob man sich den Verbleib in der Oberliga leisten kann oder lediglich mit einer U23-Mannschaft in der Bezirkliga spielt. Derzeit führe der Verein mit den verbliebenen Sponsoren Gespräche, ob und wie man die Defizite ausgleichen kann. Auch die Spieler sollen ihren Beitrag dazu leisten und sind laut Stolberg auch, bis auf einen, dazu bereit, in der nächsten Saison auf einen Teil ihrer Vergütung zu verzichten.

© SZ vom 07.04.2016 / moje
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