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Elektroautos:E-Zapfsäulen für Kirchseeon

Gemeinderat diskutiert Bahnhof als einen möglichen Standort

Auf der Karte erhebt sich über dem Namen Kirchseeon ein langer gelber Balken mit einer schwarzen "4" darauf. Ein grüner Balken dagegen fehlt, so wie bei den meisten anderen Gemeinden auch. Dieses Schaubild stammt aus der Abschlusspräsentation des Elektromobilitätskonzepts für den Landkreises Ebersberg vom Juli diesen Jahres und veranschaulicht den Soll- und Istzustand von Ladesäulen für E-Autos. Vier Stück davon sind also für den Markt Kirchseeon vorgesehen, gebaut ist noch keine. Das soll sich aber baldmöglichst ändern, zumindest wenn es nach dem Marktgemeinderat geht. Laut Bürgermeister Udo Ockel (CSU) seien bereits Ladestationen am Rathaus und direkt an der Bundesstraße auf Höhe des Autohauses Schlöffel im Ortsteil Eglharting geplant. In der Gemeinderatssitzung hat die SPD-Fraktion den Bahnhof in Kirchseeon als einen weiteren Standort vorgeschlagen.

Im Antrag, den der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Bittner dem Gremium vorgetragen hat, sind zwei Ladesäulen mit je zwei Ladepunkten vorgesehen. Vier Autos könnten dadurch gleichzeitig mit Strom versorgt werden. Gebaut werden sollen die E-Zapfanlagen im Zuge der Umbaumaßnahmen für die neuen Fahrradstellplätze an der Wasserburger Straße. "Hier am Bahnhof werden alle geforderten Standortfaktoren erfüllt", sagte Bittner. Unter anderem zählte er dabei die hohe Frequentierung, gute Sicht- und Zugänglichkeit, sowie die bereits vorhandenen Parkplätze auf.

Dass der Bahnhof grundsätzlich ein guter Standort sei, befand auch Bürgermeister Ockel. Man müsse sich aber bewusst sein, dass man dadurch auch vier Stellplätze verliere. Der Rathauschef gab ebenfalls zu bedenken, dass die Ladesäulen keine Einladung für Dauerparker sein sollten. "Ich kenne das vom Ebersberger Bahnhof. Da steht immer das gleiche Auto", so Ockel. Der Meinung waren fraktionsübergreifend auch andere Räte. Es brauche ganz klar eine Parkzeitbeschränkung, sagte etwa Klaus Viellechner (UWG). Dem schlossen sich Rüdiger Za (Grüne Liste) und CSU-Fraktionsvorsitzender Siegfried Seidinger an. Letzterer warf auch die Frage in den Raum, wer den Stromverbrauch denn eigentlich zahle. Hier waren sich die Räte einig, dass die Benutzer in irgendeiner Form zur Kasse gebeten werden müssen und "kein kostenloser Pendlerparkplatz" entstehen dürfe, wie es Antragsteller Sven Bittner ausdrückte.

Der Marktgemeinderat folgte schließlich dem Vorschlag von Bürgermeister Ockel, den SPD-Antrag vorerst so zu beschließen, um dann zu sehen, welche konkreten Umsetzungsmöglichkeiten es für das Vorhaben gibt.

© SZ vom 12.12.2018

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