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Ebersberg findet Alternative:Flüchtlinge im Kindergarten

Stadt genehmigt Umbau von leerstehendem Haus - in einem Monat soll die Unterkunft für Asylbewerber fertig sein

Das ehemalige Gebäude des Ebersberger Kindergartens Sankt Benedikt wird zur Unterkunft für Asylbewerber umgebaut. Am Dienstag erteilte der Technische Ausschuss des Stadtrates dem Landratsamt die Baugenehmigung. Die ersten Flüchtlinge könnten dort bereits Ende April einziehen.

Ohne Gegenstimmen beschlossen die Ausschussmitglieder, dem Landratsamt den Umbau zu gestatten. Vertreter aller Fraktionen äußerten sich erleichtert, dass es gelungen sei, eine Alternative zu der zunächst geplanten Sammelunterkunft in der Realschulturnhalle zu finden."Das wäre die allerletzte Notlösung, weil schlecht für die Betroffenen sowie für die Schule gewesen," sagte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU). Elisabeth Platzer (SPD) pflichtete dem bei: "Gut, dass eine vernünftige Lösung gefunden wurde."

Diese sieht nun so aus, dass die drei Gruppenräume des leer stehenden Kindergartens jeweils gedrittelt werden, so dass insgesamt zwölf Doppelzimmer für die 20 bis 25 Flüchtlinge entstehen. Außerdem sollen die Sanitäranlagen erneuert und für die Bedürfnisse von Erwachsenen umgebaut werden. Zudem muss aus feuerpolizeilichen Gründen eine moderne Brandmeldeanlage eingebaut werden. Dabei sei jedoch Eile geboten, sagt die Leiterin der Abteilung Soziale Angelegenheiten im Landratsamt, Stefanie Geisler. Denn die Regierung von Oberbayern habe dem Kreis eine Frist von vier Wochen gesetzt, bis zu der die Flüchtlingsunterkunft fertig sein müsse. Deshalb erarbeite man im Landratsamt gerade einen Zeitplan, wie die Umbauten bis Mitte April zu schaffen seien.

Die Kosten für den Umbau trage die Regierung von Oberbayern, weder die Stadt noch die Pfarrei Ebersberg als Besitzerin des Kindergartens müssten sich finanziell beteiligen, so Geisler. Welche Summe für den Umbau nötig sei, könne man derzeit noch nicht beziffern. Geisler schätzt die Gesamtkosten aber auf "einen höheren fünfstelligen Betrag".

Allerdings ist die Unterbringung der Asylbewerber im alten Kindergarten wohl nur eine Übergangslösung, denn im Sommer 2013 wird der Kindergarten Sankt Sebastian saniert. Währenddessen sollen die Kinder in das jetzt noch leerstehende Haus von Sankt Benedikt umziehen. Deshalb muss die Flüchtlingsunterkunft spätestens zum Start des Kindergartenjahres im Herbst 2013 wieder zurückgebaut werden. Auch diese Kosten, so Geisler, übernehme die Regierung von Oberbayern.

Ausschussmitglied Angela Warg-Portenlänger (SPD) stellte angesichts dessen die Frage, ob das Landratsamt nicht leer stehende Wohnungen in der Stadt anmieten könne. Dies werde versucht, und derzeit seien sogar schon 13 Asylbewerber in Privathäusern untergebracht, so Geisler. "Aber wir können niemanden zwingen, an uns zu vermieten". Zudem seien länger leer stehende Wohnungen oft in einem so schlechten Zustand, dass man sie zuerst teuer sanieren müsse, bevor sie als Unterkunft in Frage kämen.